Jochen kowalski


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Pressestimmen

 
 
 
Nikolai Rimski-Korsakow: Der goldene Hahn
 
"Zunächst einmal freilich hat der an diesem Hause von vielen schmerzlich entbehrte Jochen Kowalski einen prägnanten Auftritt als fistelnder Astrologe im Rollstuhl und am Tropf, der sich als jener Spielmacher erweist, der das Geschehen erst in Gang setzt."
Manuel Brug, Die Welt, 30.5.2006

"Jochen Kowalski fällt die undankbare Rolle des Astrologen zu.
Im Prolog und Epilog wird er, an alle erdenklichen Tropfe geseilt, im Rollstuhl hereingekarrt. Später, als Astrologe superschmuck, darf er das krause Geschehen durch stimmlichen Wohllaut garnieren: eine singende Randerscheinung aus besseren Opernzeiten."
Klaus Geitel, Berliner Morgenpost, 30.5.2006

"In der Rolle des mephistophelischen Astrologen kehrt Jochen Kowalski (mit Blondperücke) auf die Bühne der Komischen Oper zurück... Er ist das Epizentrum eines vorzüglich aufgelegten Ensembles."
Kai-Luehrs Kaiser, RBB Kulturradio am Morgen 29.5.2006

"Besagter Gockel ist ihr Lockvogel. Überreicht durch Jochen Kowalski, dessen abgeschliffener Altus ... für die Rolle des windigen Astrologen jedoch die Ideallage zu sein scheint."
Frank Kallensee, Märkische Allgemeine, 30.5.2006

 
 
 
Georg Philipp Telemann: Pastorelle en Musique
 
"Eine Berliner Legende badet im Jungbrunnen"
"... Zu früh für Abgesänge. In diesem Monat wird Jochen Kowalski 50. Seinem Hause, der Komischen Oper Berlin, bescherte er in der Vergangenheit mit 'Giustino' und 'Orpheus' einige der größten Erfolge nach Felsenstein. Bis heute ist er der wohl einzige Superstar, den die drei Berliner Opernhäuser hervorgebracht haben - und der hauptsächlich in seiner musikalischen Heimat wirkte. ...
Jetzt ist Jochen Kowalski wieder da. In Telemanns mit dem Archiv der Sing-Akademie nach Berlin zurückgekehrter 'Pastorelle en musique' steht er zwar nicht im Zentrum. Doch als liebesglücklicher Schäfer Amyntas gelingt ihm im Meistersaal (in einer Produktion der Komischen Oper) ein so vorbildliches Beispiel sängerischer Ökonomie und Finesse, dass man fast  einen neuen Kowalski zu hören glaubt: mit zwitschernder Restsüße in jubelnden Höhen, mit Reife und gestalterischer Überlegenheit - und gesegnet mit dem immer noch dramatischsten Countertenor von allen. In Vegard Vinges Inszenierung tummelt sich Kowalski inmitten eines Jungbrunnens unverbrauchter Sänger - und kann sich hier gut behaupten. ..."
Kai Luehrs-Kaiser, Berliner Morgenpost, 18.1.2004
"Kowalskis Schäferstündchen"
"... Eines vorweg: Telemanns Musik ist ein Traum! Welch großes Glück,, dass sein Singspiel 'Pastorelle en musique', um 1713 komponiert, vor einem Jahr im Archiv der Berliner Singakademie entdeckt wurde. Und wie schön, dass es nun von jungen Sängern in Bestform und glänzenden Musikern (Leitung: Florian Heyerick) im Meistersaal uraufgeführt wurde. ...
Kowalski, der Star des Abends, hielt sich jedenfalls sichtlich zurück. Er sang geradeaus, und das war auch gut so."
B.Z., 18.1.2004
"... Ein nahezu zwei Jahrhunderte altes Werk von Georg Philipp Telemann hat am Freitagabend in Berlin seine szenische Erstaufführung erlebt. Unter der Stabführung des Belgiers Florian Heyerick wurde das Schäferstück 'Pastorelle en musique' von etwa 1713 in erster Linie ein musikalisches Ereignis, dies auch durch die Mitwirkung des Altus Jochen Kowalski als Schäfer Amyntas. ..."
Neue Musikzeitung, 19.1.2004
 
 
 
Benjamin Britten: A Midsummer Night's Dream
"... Ion Marin gelangen am Pult der Dresdner Staatskapelle immer wieder berückende Klangwirkungen leisen Taumels und somnambuler Schwerelosigkeit - pastellene Duftwölkchen mit feinem Harfen- und Celesta-Glitzer schwebten zu den Rängen empor und mischten sich mit dem androgynen Reiz von Jochen Kowalskis fast durchweg sanft und geschmeidig geführtem Altus in der Partie des Oberon. ..."
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.3.2002
"... Die Aufführung ist stimmlich höchst reizvoll besetzt. ... Das Elfenreich regieren Roxana Incontrera mit durchschlagendem hohen Sopran und herrscherlich gedämpft Jochen Kowalski als Oberon. ..."
Die Welt, 19.3.2002
"... Neben dem Oberon Jochen Kowalskis, dessen Countertenor für sanfte Töne sorgt, ragt Roxana Incontrera als Titania mit ihrem butterweichen, vergleichslosen Sopran aus einem durchweg guten Ensemble heraus. ..."
Nordbayrischer Kurier, 20.3.2002
"... Als Jochen Kowalski den Oberon an der New Yorker Metropolitan Opera gab, kam er sich 'irgendwie verloren vor'. Das Haus sehr groß. Die Partie nicht einfach. Seinem Ruf in den Staaten hat dies freilich nicht geschadet. Als Graf Orlofsky genießt er, und hier darf man das Wort wirklich verwenden, so etwas wie Kultstatus. Die Met hat ihn in dieser Rolle gleich prophylaktisch für eine Riesengala zur Jahrtausendwende gebucht. Ab heute ist der bekennende Wagner-Fan mit seinem schlanken Altus wieder an der Volksoper als Oberon zu hören. Philippe Arlaud hat Benjamin Brittens Oper in Szene gesetzt. Karl Markovics ist der Puck. Das Ganze nennt man Erfolgsproduktion. ..."
Der Standard, 22.11.1999
"... Ein Sommernachtstraum ist der Volksoper als herrliche Ensemble-Leistung gelungen. ...
Zwei Arrivierte sind Oberon und Titania - und auch das ist gut so, denn wer sonst als Jochen Kowalski kann den gefährlichen Oberon darstellen, und selbstverständlich braucht man eine Edith Lienbacher, um ihm eine ebenbürtige Titania in höchsten Lagen an die Seite zu stellen. Karl Markovics als sprechender Stummfilm-Puck ist überwältigend in seinem ernsten Eifer, immer alles richtig falsch zu machen und zu staunen, was ihm da misslingt. ... Philippe Arlaud, der in seinem eigenen Bühnenbild Licht inszeniert (Annette Beaufays half ihm Kostümen und Maske kongenial) und zaubert, mag Farben. Und er übertreibt nicht. Es ist lange her, dass ich beim Bericht einer Opernpremiere das Treiben auf der Bühne nicht wichtiger als die Oper selbst genommen habe. Das ist ein Kompliment. ..."
Franz Endler, Wiener Kurier, 01.03.1998
"... Oberon, mit anrührender Noblesse und überragender Präzision von dem Altisten Jochen Kowalski verkörpert, singt von den der Elfenwelt vorbehaltenen Zinnen seraphische, durch Celesta und Harfenklang unterlegte Purcell-Melismen. ..."
Heinz Rögl, Salzburger Nachrichten, 01.03.1998
"... Celestaklänge begleiten Oberon, der an exotischer Flüchtigkeit gewinnt, weil er durch einen Counter verkörpert wird - der Altist Jochen Kowalski singt ihn mit hinreißend leichten, weichen Kantilenen, in denen die Gewandtheit des Elfenkönigs eine vokale Entsprechung findet.
"Ein Sommernachtstraum" ... verzaubert nun das Publikum der Volksoper. ... "
Neue Zeit, 01.03.1998
"Wonnen für das Ohr ... Bleibt die Begeisterung über das junge Musterensemble. ... Dass Jochen Kowalski als Oberon nicht zu schlagen ist, versteht sich. ..."
Heinz Sichrovsky, Bühne
"In der Volksopernaufführung sind Oberon mit Jochen Kowalski und Titania mit Edith Lienbacher ideal besetzt. ...
Die Volksoper besitzt mit diesem Sommernachtstraum eine gültige Britten-Modellaufführung. Eine Sternstunde? Und ob!"
Wiener Zeitung, 01.03.1998
"... Klug ausgewählt das Ensemble: Jochen Kowalskis Oberon ist ein magischer König, der der extremen Partie die Leuchtkraft seiner Stimme und bravouröse Künstlichkeit gibt. ...."
Kronen Zeitung, 01.03.1998
"... Eine weitere Attraktion war Volksopern-Heimkehrer Jochen Kowalski. Nach Händels Giustino und dem Prinzen Orlofsky hat er sich als Oberon mit einer für Wien neuen Glanzpartie präsentiert, für die sein sinnlich klingender Männeralt geradezu prädestiniert erscheint. Denn einerseits verlieh er der Figur das von Britten gewollte übernatürliche Flair, andererseits kamen bei ihm aber auch die starken Emotionen des Elfenkönigs voll zur Geltung. ..."
P. Blaha, Opernglas 4/98
 
"... Top-Star in dem sehr ausgeglichenen Ensemble ist Jochen Kowalski von der Komischen Oper Berlin, von Mal zu Mal impulsiver mit dröhnenden Bravorufen und unkonventionellen jugendlichen Beifalls-Geräuschen gefeiert. Alle Vorzüge seiner schönen Stimme weiß er in dieser für einen Counter-Alt komponierten Partie des Oberon zur Geltung zu bringen, brilliert mit atemverschlagenden Koloraturen und ist ein Darsteller voller artistischer Wendigkeit. Der junge Sänger bereichert mit der Rolle des Elfenkönigs nicht allein sein Repertoire um einen gewichtigen zeitgenössischen Beitrag, sondern erregte dank seiner Ausstrahlung wiederum internationale Aufmerksamkeit. ..."
Yvonne Herbert, Neue Zeit, 10.10.1989
"... But the outstandig contributions came from Audrey Michael and Jochen Kowalski as Tytania and Oberon. Miss Michael's seductive and expressive coloratura soprano was matched to a stage personality that combined chaste beauty and feminine radiance. She is a most attractive singer, well able to project the pure delicacy of Britten's music with her unobstrusive technique and fast vibrato. Kowalski was no less mesmerizing. With his ample and noble counter-tenor, and radiant stage-presence, he portrayed Oberon as an otherworldly figure of mystery,  jealousy and unseen power. ..."
Andrew Clark, Opera 1989
 
 
Georg Friedrich Händel: Saul
 
"... Kowalski, heimgekehrt in sein Stammrepertoire, zeigt alle Singfinessen mit vokalem Feinschliff betörend vor. Er singt delikat, tonschön und schmiegsam. Lange schon nicht mehr hat man ihn derart mit höchstem künstlerischem Bedacht formulieren gehört. Von Kopf bis zum nackten Fuß ist er hingebungsvoll ernsthaft und hält sich aller Singkoketterie fern. ..."
Berliner Morgenpost, 4.5.1999
 
".... Allen voran Jochen Kowalski, vor allem, wenn er melancholisch wird. Wer ihn hört, wie er den Tod Jonathans beklagt ("Viel mehr als Frauenliebe war Deine Liebe mir"), der fragt sich allerdings auch nach der verborgenen Geschichte der beiden. Manch Kenner meint sowieso, dass das Werk eigentlich "David und Jonathan" heißen sollte. ..."
B.Z., 4.5.1999
 
"... David will das Schwert zurückgeben und muss es dennoch annehmen nebst dem Königsmantel, denn Ungehorsam verliert den Schutz Gottes. Dieser inszenierte Schluss einer versuchten Wehrdienstverwei-gerung steht für die eindringlichen Momente der Aufführung, denn er schlägt den Bogen zu der ersten Arie Davids, in der sich die Bescheidenheit des Jünglings spiegelt: "O Herr, dein Lohn erfüllet mich mit Glück..., denn jeder fromme Jude weiß, nur Gott gebührt der Siegespreis." Das Haus bietet für die Rolle seinen Star Jochen Kowalski auf, und es ist der Lauf der Welt, dass nicht mehr jeder Ton des Altus wie von selbst strömt. Trotzdem fasziniert der Gesang bis zur letzten Klage um den gefallenen Freund Jonathan und dessen Vater Saul, und die musikalische Individualität macht es unmöglich, von Jochen Kowalski nicht gefesselt zu sein. Er singt auch noch bewundernswert, wenn die Regie es will, dass er dabei auf dem Rücken liegt, von der Liebe zu der "süßen" Saul-Tochter Michal. ..."
Der Tagesspiegel, 4.5.1999
 
"... Wirklich zu überzeugen wissen allein die gefeierten Solisten Romelia Lichtenstein als hochdramatische Intrigantin Merab und Jochen Kowalski, dem eine gesanglich wie darstellerisch sensible Charakterstudie des zwischen Naivität und Pflicht schwankenden David gelingt - neben den ungemein intensiven, hervorragend disponierten Chören (Einstudierung: Peter Wodner) als eigentlichem Hauptakteur des 'Operatoriums'. ..."
Mitteldeutsche Zeitung, 5.5.1999
 
"... Bleibt als musikdramatischer Hauptgewinn der Aufführung Jochen Kowalskis brillanter David, der vor allem im zweiten Teil mit Spielkonzentration, vokaler Schönheit und hochmusikalischer Nuancierungskunst fasziniert. ..."
Süddeutsche Zeitung, 7.5.1999
 
"... David ist Jochen Kowalski, der Altus-Star des Hauses, das ihm bei internationaler Karriere nach wie vor Heimat ist. Er singt mit beseelter Noblesse, spielt jugendlich keck den Hirtenbub mit der Schleuder, flirtet den Liebhaber hin, gewinnt Nachdenklichkeit beim Konflikt zwischen Kriegsnotwendigkeit und Friedensliebe und wird ergreifend beim endlichen Klagegesang auf den Freund. ..."
Märkische Oberzeitung, 6.5.1999
 
 
 
Johann Strauß: Die Fledermaus
 

"... An der Volksoper hat es Kowalski mit zwei Partien zum Publikumsliebling gebracht – als putzmunterer Giustino in Harry Kupfers Inszenierung, die am 27. Juni zum letzten Mal gezeigt wird, und als betörender Prinz Orlofsky in der 'Fledermaus'.
Welch eine Geschichte erzählt er mit dieser Figur! Da spielt ein reicher Dandy, der schon alles gehabt und alles verworfen hat, aus Überdruss und Langeweile mit sich selbst Russisches Roulette. Aber der Revolver klickt leer gegen die Schläfe. Sogar der Selbstmordversuch ist nichts als ein müder Kitzel. Da hilft nur doch das schärfste Reizmittel, die Flucht in die Abgeschmacktheit. Prinz Orlofsky lädt sich Gäste ein. Und zwar 'tout Baden bei Wien'.
Der russische Prinz lädt das gesamte Spießertum in seine Champagnerwelt. Aber statt zu Schwips und Schwindel bringen es die Kleinstädter nur zu Sturzbetrunkenheit. Dulliöh, Kater und Schädelweh. Im Rausch gewinnen sie keine Haltung. Sie lassen nur die Sau raus. Leicht angewidert und sehr einsam – halb Dorian Gray, halb David Bowie – schaut der Prinz zu, wie die Spießer sich auf seine Kosten austoben.
All dies zeigt Jochen Kowalski mit verführerischer Zwielichtigkeit – sein Orlofsky ist eine exquisite Kunstfigur, die ihr befremdliches Stimmtimbre als irritierenden ästhetischen Reiz einzubringen hat. ..."
Sigrid Löffler, Profil, 20.6.1988

"... Einen besonderen Anziehungspunkt hatte die Aufführungsserie durch die Besetzung des Prinzen Orlofsky mit Jochen Kowalski, der mit dieser Rolle sein Staatsoperndebüt gab. Mit der elegant-dekadenten Ausstrahlung eines jungen Dandy und dem raffiniert gesungenen Couplet, das er in der zweiten Strophe sogar dezent verzierte, war er eine Attraktion des Abends. Geschickt meisterte er die für ihn teilweise hohe Tessitura der Partie, hatte im Ensemble des 2. Aktes "Brüderlein und Schwesterlein" betörenden sinnlichen Reiz und überzeugte zudem im mit "echt" russischem Akzent gesprochenen Dialog. ..."
Bernd Hoppe, Opernglas 03/1992
"... Einer aber ist alles andere als Durchschnitt: Orlofsky, russischer Prinz, der gerne Gäste einlädt, obwohl er sich dabei stets langweilt: "S'ist mal bei mir so Sitte: Chacun à son gout!" Wenn Jochen Kowalski in der Komischen Oper mit links zu verstehen gibt, dass er die Hauptperson des Abends sei, dann gilt kein Widerspruch. In jedem Sinn. Mit ihrem samtigen, weich drapierten Phantasiekostüm und schwarz gelockt, suggeriert die Erscheinung Zeitgenossenschaft mit Michael Jackson, ohne Kopie zu sein. Das besondere liegt ja schon in der Altstimme, der kostbar dominierenden, zugleich in der Aura des unbewegten Gesichts. Der Regisseur Harry Kupfer hat mit seinem Star Jochen Kowalski eine Figur erarbeitet, die das Außerordentliche von Innen aufleuchten lässt. "Stoßt an, stoßt an und huldigt im Vereine dem König aller Weine", so zündend er das große zweite Finale anführt, küssen darf man ihn nicht, denn dieser Orlofsky macht sich mit nichts und niemandem gemein. Den verknappten gesprochenen Dialog unterlegt er mit leichtem Akzent - der Komponist Johann Strauß kannte sich, auch beruflich, in St. Petersburg aus. ..."
Sybill Mahlke, Tagesspiegel, 17.10.1995
"... Die andere Glanzleistung des Abends kommt, wie nicht anders zu erwarten, von Jochen Kowalski. Er hat sie aber, mit Kupfers Hilfe, neu zusammengerührt. Kowalskis Prinz Orlofsky trägt Draculas schwarze Haarsträhne tief in der bleichen Stirn. Er ist und bleibt unzugänglich. Er präsentiert einen Stil und setzt ihn auf melancholische Art durch. Es gibt keine Anbiederei. Kowalski bleibt auf Distanz. Gerade die aber macht seine Darbietung heiter. Er singt mit Leichtigkeit, Virtuosität und Geschmack. ..."
Klaus Geitel, Berliner Morgenpost, 17.10.1995
"... Herrlich dekadent von enormer Ausstrahlung agiert Altus Jochen Kowalski als blasierter Orlofsky. Eine Meisterleistung ..."
Peter Buske, Berliner Zeitung, 17.10.1995
"... Hier spielt sich einer der Höhepunkte des Abends ab: Otto Sander als versoffener Gefängniswärter Frosch. Herrlich, wie er mit seiner kratzigen Stimme Couplets zum besten gibt, angereichert mit kleinen aktuellen Seitenhieben auf die momentane Berliner Lage. ...
Zweiter Star des Abends: Natürlich Jochen Kowalski als Prinz Orlofsky. Mit kleinen schwarzen Löckchen, Lackstiefeln, pelzverbrämtem, eng taillierten Mantel machte er Michael Jackson Konkurrenz, nur dass Kowalski unvergleichlich viel besser singt. ..."
Susanne Maier, B.Z., 17.10.1995
"... Er (Jochen Kowalski) ist als Orlofsky gewissermaßen Boris Karloff als Kind; oder anders gewendet: Kowalski zeigt Michael Jackson auf dem Wege, Dracula zu werden. Schon hängt ihm die schwarze Locke tief in die bleiche Stirn. Kowalski genießt es, Stil zu haben, und bringt dieses Wissen in allem Ernst, bei voller Heiterkeit über die Rampe: ein Götterbote des ausgepichten Vergnügens."
Klaus Geitel, Die Welt, 17.10.1995
"... Orlofsky was played with terrifying stillness by a pale-faced, unsmiling Jochen Kowalski; he sang with oleaginous line as he sltithered up and down, exuding menace, to give an unforgettable account of a dodgy role. ..."
Robert Hartford, Opera Now, Januar 1996
 
 
 
Georg Friedrich Händel: Julius Caesar in Ägypten
 
"... Jochen Kowalski in der Titelpartie ist ein Ereignis für sich, sowohl was seine sängerische Brillanz wie auch seine darstellerischen Fähigkeiten, seine sichtliche Freude am Spiel, die volle Identifikation mit dem Regiekonzept betrifft. ..."
Opernwelt, Juni 1993
 
"... Der Countertenor Jochen Kowalski gibt einen selbstverliebten, entschlusslosen, aber machtbesessenen Caesar, dessen Erfolge allein Fortuna zuzuschreiben sind. Kowalski ist schlicht die Idealbesetzung für diese Rolle. Seine elegante Stimme mit makellosem Timbre und großer Modulationsfähigkeit klingt in allen Lagen seidig glänzend, selbst in kraftvollen Ausbrüchen bleibt sie immer perfekt kontrolliert und ohne jede Schärfe. ..."
???, Mai 1993
 
"... Jochen Kowalski sang the title role as if it had been written for him. ..."
Opera Now, 1993
 
"... This was very much Jochen Kowalski's show: he started as a rather blasé playboy type of Caesar, only to become ever more enraptured by the charms of Cleopatra (especially in his opium dreams during "V'adoro pupille") and end up as a deeply smitten man, almost another Aeneas - an Orfeo Romano, so to speak, who bewitched everybody through the sheer sensuality of his decorative singing. ..."
Opera, 4/1993

"... Das Ereignis der Aufführung ist das Rollendebüt von Jochen Kowalski in der Titelpartie, eine in Stil und musikalischer Kultur großartige sängerische Leistung. Die Stimme hat ein "heroisches" Timbre hinzu gewonnen, dennoch an Leichtigkeit nichts eingebüßt, sie klingt ausgeglichen und gut geführt. Die Resonanz im Publikum machte deutlich, dass man mit dieser künstlerischen Präsenz und sängerischen Virtuosität auch in einer barocken Oper heutzutage den gleichen Erfolg erzielen kann wie in einem Repertoirestück. ..."
Opernwelt, März 1989
 
"... Szenenapplaus nach jeder Arie, Ovationen am Ende und wohl jedes Mal ein Rosenstrauß für den unbestrittenen Stargast der Deutschen Oper am Rhein: Der inzwischen weltbekannt gewordene Countertenor Jochen Kowalski (Komische Oper) wird nun auch in der geschäftigen Metropole des BRD-Landes Nordrhein-Westfalen enthusiastisch gefeiert. Sein Düsseldorfer Debüt in der stimmlich und darstellerisch furios bewältigten Titelpartie von Georg Friedrich Händels "Julius Caesar" ist ein schöner neuerlicher Beleg seiner außergewöhnlichen künstlerischen Meisterschaft. ... Staunenswert, wie Kowalski sich von der vorherrschenden szenischen Betulichkeit, von ihren aufgesetzten metaphorischen Spielereien und bildlichen Inkonsequenzen abhebt; wie er in der besuchten (und wiederum ausverkauften) Vorstellung den emotionalen Wechselbädern des in Ägypten  von allerlei staatspolitischen und menschlichen Problemen heimgesuchten römischen Potentaten unverwechselbar Charakter und Stimme verleiht.
Tut's mit unvergleichbarer sängerischer Bravour und maßvoller, sensibler, doch außerordentlich intensiver Agilität in Gestus und Mimik, durchmisst mit diesem so wundersam leicht, schlackenlos, hochkultiviert und ungekünstelt, elastisch und klar strömenden männlichen Alt in den sieben feinsinnig ausgezierten Caesar-Arien alle Gefühlswelten und Affekte des Helden: Zorn und List, Siegesgewissheit und Trauer, sein Staunen vor der Natur. Eine exzellente, singschauspielerische Leistung, reich schattiert und von figurativer Prägnanz!"
Der Morgen, 27.3.1989
 
"... The casting of the title role in Giulio Cesare (February 11) can only be described as sensational. The singing of the 35-year-old counter-tenor Jochen Kowalski (a member of Harry Kupfer's ensemble at the Komische Oper in East Berlin) was stylistically perfect, while deliberately at variance with traditional interpretation. Skilfully measured vibrato and lively diction enlivened the florid Baroque singing to a hiterto unfamiliar degree, and even endowed it with erotic piquancy. As this dramatically virile and pleasant-looking singer will sing Orpheus with the Berlin Komische Oper at Covent Garden in August these paeans of praise can soon be put to a test. ..."
Thomas Luys, Opera 02/1989
 
 
 
Gioacchino Rossini: Tancredi
 
"... Eine Opera seria ist eine Geduldsprobe. Und doch gibt es in dem neuen Tancredi an der Lindenoper Musiknummern , die gar nicht lange genug dauern können, weil sie so innig, so einig im Herzschlag gesungen werden, wie das Duett des Liebespaares im ersten Akt, das Schmerzen in Koloraturen und Parallelität bannt: der Abend gehört zuallererst Jochen Kowalski und Lynne Dawson. ...
Im übrigen ist der Berliner Star Jochen Kowalski der Retter der Tragödienfassung im musikalischen Glitzerkleid, weil er mit seinem zauberisch-gewandten Altgesang  so viel Persönlichkeit einbringt, dass in der Seria ein Schicksal Interesse weckt. Kowalski als homme vertueux ist die Identifikationsfigur der Aufführung. ..."
Der Tagesspiegel, 27.09.1994
"... Freilich hatten sich schon früher Männer der Rolle, die eigentlich gar nicht für sie gedacht war, bemächtigt. In Dresden sang der Kastrat Filippo Sassaroli, den Wagner wie Carl Maria von Weber bewunderten, die Titelpartie, und damit war gewissermaßen der Weg geebnet für das Phänomen Kowalski, den einzigartigen männlichen Alt. Er singt die Rolle mit Geschmack, stilsicher, leidenschaftlich, hingebungsvoll. Er steht auf dem rechten Platz, so knifflig ihn Fred Berndt, Regisseur und Ausstatter, auch immer wieder placiert. ...
Ihre (Lynne Dawsons) lang ausgesponnene Duette mit Kowalski lösen denn auch prompt den Jubel. Sie sind ein Triumph einverständigen Singens - und dies bei aller Gegensätzlichkeit der Stimmcharaktere. Dem vibratolos kühlen, zeichnerischen Sopran der prachtvollen Lynne Dawson, diesem vokalen Kondensstreifen in blauer Opernluft, antwortet Kowalskis auf Ausdruck versessener, temperamentvoll geführter Alt, der selbst dort dramatischen Kontakt schließen will, wo die distanzierte Engländerin, auf alte Musik trainiert, ihn stilistisch eher verwehrt.
Dieses Einander-Bestürmen, wie dieses Vor-Einander-Zurückweichen der Stimmen gibt den Duetten ihren einzigartigen Glanz. Sie gehören zweifellos zu den Höhepunkten im Opernleben der Stadt. ..."
Berliner Morgenpost, 29.09.1994
"... Die Herren Kastraten hatten die Partie (Tancredi) usurpiert, an der Spitze Filippo Sassaroli in Dresden. Kein Wunder, dass daraufhin ein Sänger mit Altstimme, wie der einzigartige Jochen Kowalski, die Partie für sich reklamierte und sie in Berlin nun aufs Herrlichste sang: tatsächlich der feurige Jüngling, der Voltaire vorgeschwebt hatte, als er seine Tragödie, Vorlage der Oper Rossinis, schrieb. ...
Höhepunkte des Abends sind seine (Kowalskis) beiden Duette mit der Heldin des Abends, Lynne Dawson, der englischen Sopranistin, die mit weißer, vibratoloser, an alter Musik geschulter Stimme hinreißend kühl Amenaide, das Opferlamm, singt. Wie sich in diesen ausladenden Duetten die beiden gegensätzlichen Stimmen verschränken, verschlingen, Kowalskis empfindsamer, den Seelenkontakt suchender Alt und der auf Distanz bedachte, linienschön leuchtende Sopran, das erlebt man in vergleichbarer Vollkommenheit nicht alle Tage - und das Publikum sprang denn auch in diesem Augenblick der Leidenschaft an. ..."
Die Welt, 27.09.1994
"... Die Zofe Isaura (Mette Ejsing), der Knappe Roggiero (Katharina Kammerloher), der Zwangsbräutigam Orbazzano (Manfred Hemm) sind gleichermaßen jung, funkelnd, berückend; ... Ihnen allen, mit Ausnahme der kongenialen Lynn Dawson fehlt nur eines: die überlegene Schauspielkunst, die Jochen Kowalski von der Komischen Oper mitbringt. Er ist der Held des Abends. Man versteht Amenaides Verzweiflung und warum Lynne Dawson sie so plausibel geben kann. ..."
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.9.1994
"... Ohne die schwerelosen, alles überstrahlenden, geradezu überirdischen Stimmen von Lynne Dawson und Jochen Kowalski wäre die Inszenierung ein Reinfall. Doch unterstützt von Dirigent Fabio Luisi können die englische Sopranistin und der von der Komischen Oper ausgeliehene Altist funkelnde Belcanto-Perlen ausstreuen.  ..."
B.Z., 27.09.1994
"... In den Hauptparts sehen wir einen göttlichen Jochen Kowalski (Tancredi) und die englische Spitzen-Sopranistin Lynne Dawson (Amenaide): Gehen Sie hin, schauen Sie hin, staunen Sie - und hören Sie zwei Künstler im Zenit ihres Könnens. ..."
Berliner Kurier, 27.09.1994
"... Für die erste Aufführung des Tancredi hat die Lindenoper eine Sensation besonderer Art zu bieten: Tancredi ist zum ersten Male in der Geschichte dieses Werkes keine Hosenrolle, sondern er wird von einem Altus, von Jochen Kowalski, gesungen. Der verkörpert die Partie im wahrsten Sinne des Wortes, in leidenschaftlicher Aktion und in perfektem Gesang. Virtuos in Triller und Koloratur, in Attacke und Portamento. Agil und genau in allen Phrasen dieser höchst anspruchsvollen Partie. Die Stimme klingt voll und rund, energisch, ausdrucksreich. Kowalskis Tancredi-Debüt wurde zum künstlerischen Ereignis. Ein Glücksfall, dass Lynne Dawson als Amenaide mit virtuosem, dynamisch höchst differenziertem und schönem Belcanto eine absolut ebenbürtige Partnerin war. Schon die beiden allein rechtfertigen die Inszenierung. ..."
Neues Deutschland, 28.09.1994
"... Für Jochen Kowalski in der Titelpartie hat sich der mutige Schritt ausgezahlt, erstmals als männlicher Altus gegen alle großen Mezzo-Vorbilder diese Rolle zu übernehmen. Als Meister der in dieser Oper verschwenderisch verwendeten Kantilene und als einziger wirklich aktiver Darsteller zog er in jedem Augenblick das Publikum in seinen Bann. Mit seiner üppig klingenden und warm timbrierten Stimme wusste er mit Eleganz exemplarisch die große Linie zu stilisieren und auch zugleich mit Verve das Bravoureuse zu betonen. ...
Sie (Lynne Dawson) und Jochen Kowalski rissen das Haus zu berechtigten Beifallsstürmen hin; zugleich legitimierten damit die beiden Künstler das ganz auf die musikalischen Abläufe gerichtete Unterfangen. ..."
Opernglas 1994
"... Übertroffen wird sie (Lynne Dawson) von Jochen Kowalski. Der wagt das heikle Experiment, die Hosenrolle des Tancredi, die auch noch von Kastraten gesungen wurde, für sich als männlichen Altus zu reklamieren. Und er gewinnt. Nicht nur, weil er als Mann anders spielen kann, sehr zurückgenommen und doch lebensvoll diesen an sich eindimensionalen Charakter verkörpert, sondern auch, weil besonders die Duette mit Amenaide, kostbarste Momente der frühromantischen Oper, durch die andere Stimmfärbung eine neue Intensität und Erotik bekommen. In der großen Schlussarie vor sich orange verdüsterndem Hintergrund, Pfeile in der Brust wie der Heilige Sebastian, nur noch Melismen von sich gebend, gestützt von einem ersterbenden Streichertremolo - da findet die so stilisierte, weltentrückte Gesangoper aufregende Momente der Wahrhaftigkeit und Realistik. ..."
Opernwelt, November 1994
 
 
 
Christoph Willibald Gluck: Orfeo ed Euridice
 
"... In Wien wurde der Orpheus von einem Altkastraten kreiert, und da die Komische Oper in Jochen Kowalski über einen ungewöhnlich befähigten, immer mehr begehrten Countertenor, also über einen Altisten, verfügt, vermag sie die heute spezifischste und wohl sicherlich auch international bestmögliche Besetzung aufzubieten und damit der Aufführung den Anreiz schlechthin zu geben. Kowalski weiß im modernen Habitus, mit Lederjacke und Gitarre, der Liebe des legendären Sängers, der seine Geliebte so sehr liebt, dass er ihr ins Totenreich folgt und schließlich vom zynisch-herrischen Göttergebot des Nicht-Anschauens aufgerieben wird, mit ergreifender Leidenschaft Gestalt zu geben. Immer klingt der vom Tod erzählende Mythos in drängender Bedrohlichkeit an, wird die moralische Kraftprobe, in die Orpheus hineingezwungen wird, die Seelenqual, die Versuchung, die Zerstörung äußerst abgestuft und packend, sanft und aufbegehrend verdeutlicht. Wobei die spannungsreiche sing-schauspielerische Durchformung ohne jede Einbuße an innerer Energie vonstatten geht! Es wird nicht so schnell zu vergessen sein, wie dieser neue, alte Orpheus sich gegen das erbarmungslose Schicksal stemmt und am Ende wie ein Häuflein menschlichen Elends dahinstirbt. Und natürlich auch, wie dabei dieser Countertenor wandlungs- und ausdrucksfähig, kantabel leuchtend und stilvoll geschliffen zum Tragen kommt mit seinen eigentümlichen, geheimnisvoll feinen Schattierungen und Schwebungen. Das beeindruckte und wurde mit starkem Applaus bedacht. ..."
Eckart Schwinger, Dezember 1987
 
"... Die Dimensionen eines große antiken Dramas erreicht die Aufführung aber nicht nur durch ihre perfekt gemeisterte, überredende Bildersprache, sondern vor allem auch durch die unglaublich intensive gesangliche und darstellerische Leistung des im Mittelpunkt stehenden Jochen Kowalski als Orpheus wie auch seiner Partner Dagmar Schellenberger-Ernst als Eurydike und Christiane Oertel als Amor. Welch ein Glücksfall ist diese Besetzung?! Kowalski bringt in der ursprünglich für einen Kastraten geschriebenen Partie die ganze Schönheit seines inzwischen im Volumen gewachsenen Countertenors zur Geltung, macht die Verzweiflung dessen, der das Wichtigste im Leben verlor, ebenso deutlich wie die Vermessenheit, die darin liegt, die Gesetze der Natur nicht anerkennen zu wollen. Den aus dem Orchestergraben singenden Chor hatte Gerhard Wüstner klangschön und ausdrucksstark einstudiert. ..."
Dieter Kranz, Dezember 1987
 
"... Was aber erst leistet Jochen Kowalski als Orpheus! Phänomenal meistert sein technisch brillant geführter Countertenor die originale Stimmlage der Partitur, strömt der weiche Schmelz und betörende Glanz seines kostbar-seltenen Organs makellos dahin. Das ist nicht nur Belcanto in Vollendung, lyrisch und wahrhaft ergreifend, sondern immer wieder aus dramatischem, psychologisch begründetem Spiel erwachsen. Ungeheure Agilität weiß er ins Feld zu führen, Seelenzustände atembeklemmend zu steigern. Da ist seine Stimme kaum für möglich gehaltener Ausbrüche fähig, die von einer kontrollierten glutvollen Tiefe gestützt sind, blühen die Arien zu verzierungsreicher Schönheit auf. ..."
Wolfgang Pötzsch, Dezember 1987
 
"... Vom Auftakt an ist man in den Bann der Musik gezogen. So vital, ohne Weitschweifigkeit und Pathos ist sie dargeboten, dass sich für den aufnahmebereiten Zuschauer kein Widerspruch von Ton- und Bildwelt auftun sollte. In der Rolle des Orpheus steht ein junger Mann auf der Bühne, der Countertenor Jochen Kowalski. In einem "Wochenpost"-Gespräch hatte er von dieser Aufgabe als der "Rolle aller Rollen" geschwärmt. Sie ist es geworden - in seinem Gesang, in seinem Spiel. Voller Empfindung, intensiv und sensibel, macht er Liebe und Schmerz ergreifend deutlich: Wie dieser junge, alleingelassene Mensch sich gegen sein Schicksal stemmt bis zum Irrsinn, wie er dem Totenreich die Frau entreißen will, wie er am Ende hoffnungslos stirbt - das wird von dem Sänger-Darsteller überzeugend übermittelt. Nach dieser Aufführung mit dem spielbegabten, stimmgereiften, feinfühligen Jochen Kowalski ist eine überzeugendere Besetzung schwer denkbar. ..."
Annemarie Görne, Dezember 1987
 
"... Der Premierenabend mit Glucks "Orpheus und Eurydike" am Sonnabend in der Komischen Oper gehörte Countertenor Jochen Kowalski. Der junge Sänger interpretierte auf grandiose Weise die Partie des Orpheus, die ursprünglich für einen Alt-Kastraten geschrieben war. Trotz höchster Anforderungen auch an die szenische Darstellung seiner Rolle bewältigte er seine Partie gesanglich  bis zum Schluss makellos. ..."
Ulrike Gross, "Die Wahrheit", Dezember 1987
 
"... Der Orpheus musste früher oder später auf Kowalski zukommen. Welch eine Aufgabe! Sprechen wir noch ein wenig von dieser Leistung, die dem "Orfeo" einen ganz eigenen Reiz verleiht. Eigentlich ist Kowalski ein männlicher Alt, ein Altus. Das aber ist eine glückliche, dem Original entsprechende Tonlage, die den ursprünglichen Tonartenplan Glucks nicht durcheinanderbringt.
Kowalskis lyrisch noblem Gesang zuzuhören bereitet Genuss. Er prunkt nicht mit Fülle und Kraft; er verleiht seiner Lyrik eine Aura reiner Schönheit und Empfindung. Ausstrahlung wird aus der Gewalt des Leisen gewonnen, einzelne dramatischere Momente werden quasi nach innen verlegt. ..."
Ernst Krause, Dezember 1987
 
"... Kowalski ist für die erheblichen gesanglichen und körperlichen Anforderungen seiner artistischen Rolle blendend disponiert - menschlich-emotional glaubwürdig, den modernen Orpheus-Habitus gestisch und mimisch subtil auslotend, seine schöne, breiter und kräftiger gewordene Altlage höchst kultiviert einsetzend.  ..."
Dr. Matthias Frede, Dezember 1987
 
"... Besonders Kowalski bringt in dieser ursprünglich für einen Alt-Kastraten geschriebenen Partie die ganze Schönheit seines inzwischen im Volumen gewachsenen Countertenors zur Geltung. Und er macht dabei die Verzweiflung dessen, der das Wichtigste im Leben verlor, ebenso deutlich wie die Vermessenheit, die darin liegt, die ehernen Gesetze der Natur nicht anerkennen zu wollen. Momente wie jenen in der Elysiumsszene, da er auf dem angekippten Stuhl sitzend plötzlich zu fliegen scheint "Welch reine Luft, welch klarer Schein, welch heitres Leuchten umgibt mich..." wird man nicht vergessen, oder wie jenen, da er die um Verständnis bittende, Liebe erflehende Eurydike im Rücken und ihr Bild auf dem Fernsehmonitor im Arm hat, so dass er sie an sich drücken kann und in Wirklichkeit doch gar nichts besitzt außer einem matten Abglanz. Doch die größte Leistung Kowalskis besteht für mich darin, dass es ihm gelang, in der berühmten Orpheus-Arie "Ach ich habe sie verloren" keinen Szenenapplaus zu erhalten. Denn seine Darbietung war nicht nur gesanglich virtuos, sondern auch menschlich so bewegend, das es einem mitfühlenden Publikum einfach unmöglich war, das Drama durch Beifall zu unterbrechen. ..."
Berliner Rundfunk
 
"... The two performances of Orfeo were the hottest tickets in town, maybe because of a real star in the person of Jochen Kowalski - a homegrown star to be sure, but a star nonetheless. One wished, ungratefully, that the company had also been able to bring Handel's Giustino, in which Kowalski sings ...
But hearing Kowalski in a leading role was enough to be going on with. ... Kowalski takes the story a stage further. There is no trace of the falsettist's hoot in his tone, which is of extraordinary beauty and purity and comes complete with the sweetest  of vibratos - a rare commodity in this register. His voice has a slightly otherworldly timbre, which complements if not reproduces the unearthly quality one imagines 18th-century castratos to have had, or has heared on records of Moreschi. The irrelevance of allowances means that one can marvel freely at the musical suppleness of Kowalski's phrasing and his wonderful technique - a real trill in addition to easy agility in decorated passages. He is a great singer tout court, and his Orpheus on August 11 was a feast of vocal pleasure. He is also an expressive actor (his quirky yet dangerous Ptolemy in Nichlas Hytner's production of Giulio Cesare in Paris was a gem), and Kupfer took advantage of this in his characteristically demanding staging of Gluck's opera. ..."
Rodney Milnes, Opera, Oktober 1989
 
 
 
Georg Friedrich Händel: Giustino
 
"... Gerade dann, wenn man sagen muss, dass es in dieser Aufführung keine einzige tote Stelle gab, Musik und Aktion stets spannungsreich virtuos zusammengehörten, kommt man nicht umhin, Jochen Kowalski, einen exzellenten, koloraturgelenkigen, doch auch expressiv singenden Kontratenor, auch als Sänger des Giustino zu bewundern. ..."
Gerhard R. Koch, Frankfurter Allgemeine Zeitung
 
"... Ungewöhnliches leistet sängerisch bei diesem zweiten Händel der Komischen Oper insbesondere der mit üppigem Beifall und Bravorufen bedachte Jochen Kowalski in der Countertenorpartie des Giustino. Er spielt nicht nur den abenteuerhungrigen, gutmütigen und tapferen Naturburschen sehr erquicklich, er singt ihn auch so herzerfrischend mit vibrierend feiner Stimmfarbe und erstaunlicher Ausdrucksvariabilität. Technik, erlesenes Timbre, intensive Emotionalität und darstellerische Qualitäten greifen nahtlos ineinander. ..."
Eckhart Schwinger, Dezember 1984
 
"... Ein Glücksfall für die Aufführung ist die Besetzung der Titelrolle mit dem jungen Countertenor Jochen Kowalski. Er singt die schwierige Altpartie mit angenehmem Timbre, beachtlichem Volumen und präzis in den zum Teil selbst erfundenen Auszierungen. Und dazu spielt er mit Charme und sportlicher Verve, reitet auf dem Ochsen, tötet den Drachen, singt während der unmöglichsten Aktionen - erstaunlich und bewunderungswürdig. Kein Wunder, dass er am Ende mit Bravorufen überschüttet wurde. ..."
Dieter Kranz, Theater der Zeit, 02/1985
 
"... Largely thanks to the captivating bullocks  and the extraordinary performance of Jochen Kowalski in one of Handel's most soft-grained, gentle, heroic castrato roles, written for the fine Dresden-based alto, Domenico Annibali. Kowalski is a true male alto - the story goes that he was a tenor the Komische Oper could do nothing with! - with a voice of such sensuous beauty that a blind listener would think we were hearing a voluptuous mezzo. Inevitably his repertory is restricted at the Komische Oper (he sings Feodor in Kupfer's Boris), but he is a performer of such star quality, instinctive stage presence and physical gifts, that it cannot be long before he becomes  a regular guest in the West. He also had a sure feeling for Handel's style. ..."
Hugh Canning, Opera 1985
 
"... In beiden Dimensionen - jener der prallen Komödiantik, wie auch der einer stilsicheren gesanglichen Interpretation - ist der Countertenor Jochen Kowalski zu Hause, schon in Berlin Protagonist und Star der Aufführung. ..."
Gerhard Persché, Opernwelt 1986
"... The best singing and presentation both came from the superb Giustino of the Berlin cast, Jochen Kowalski. I have nothing but praise for this marvellous artist who achieved the greatest applause of the evening from the Viennese, many of whom are still normally reduced to sniggers by the male altos. ..."
Christopher Norton-Welsh, Opera 1986
"Giustino hat Berliner Theatergeschichte geschrieben mit seiner fein ausbalancierten Mischung aus witzigem Spieltrieb, packend erzählter Story und hintersinnig eingefädelter Systemkritik ...
Als draufgängerischer Bauer Giustino feierte Jochen Kowalski seinen ersten großen Triumph als Countertenor. Und natürlich ist er auch in der Wiederaufnahme nicht nur aus dramaturgischen Gründen der Sympathieträger Nummer eins. Tatsächlich ist die Story vom netten Jungen von nebenan, der mit naiver Nonchalance in der großen Welt Karriere macht, in mancher Hinsicht auch die Geschichte seines eigenen Aufstiegs: Wenn Kowalski mit ungehemmter Lust am Spiel über die Bühne tollt, wenn er mit der Selbstverständlichkeit eines Akrobaten seine Koloraturen abschnurren lässt, wenn er am Ende strahlend Bravos und Applaus entgegennimmt, scheint es, als hätten ihn seine jüngsten Ausflüge bis an die New Yorker "Met" ebensowenig verändert wie seinen bis zuletzt vollkommen unprätentiösen Opern-Doppelgänger Giustino. ..."
Frederik Hansen, Tagesspiegel, 18.4.1995
 
 
 
Modest Mussorgsky: Boris Godunov
 
"... Dass sowohl der Monolog des Boris im fünften Bild ("Die höchste Macht errang ich") wie auch die Sterbeszene psychologisch reich und spielerisch plastisch geraten, erreicht Kupfer durch permanente Einbeziehung des Fjodor. In den Sohn setzt der Zar alle Hoffnung. Er drängt den Widerstrebenden zum Thron, drückt ihn auf den Sitz, legt ihm den goldenen Zarenmantel um. Und wenn Boris dann von den Stufen stürzt, will Fjodor das Furchtbare nicht wahrhaben, stemmt den Sterbenden noch einmal hoch, im Bewusstsein, allein machtlos zu sein gegen Schuiski, der die Hand schon nach dem Thron ausstreckt.
Für die Wirkung dieser Szenen ist es bedeutungsvoll, dass die Komische Oper die Mezzosopran-Partie des Fjodor mit einem jungen Mann besetzen kann. Jochen Kowalski spielt plastisch und singt die Partie mit fabelhaft beherrschtem Countertenor. Eine Entdeckung mit Zukunft! ..."
Dieter Kranz, Theater der Zeit, 12/1983
 

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