Jochen kowalski


News I Termine I Karriere I Diskographie I Fotos I Medien


 
 

Antigone oder Die Stadt

Georg Katzer (geb. 1950)

 

 

Premiere: 15.11.1991
Komische Oper Berlin

Inszenierung: Harry Kupfer
Musikalische Leitung: Jörg-Peter Weigle

 

 
Pressestimmen:
 
Berliner Rundfunk, November 1991:
"Ein reiner und vierfacher Glücksfall waren die Protagonisten der Hauptpartien. Werner Haseleu gab den von allen guten Geistern verlassenen Kreon mit einer so feinen Mischung aus Eitelkeit, Bauernschläue und Feigheit, dass die tatsächliche Transformation eines unfähigen Politikers auf die Opernbühne gelungen war. Christiane Oertel als Ismini und Yvonne Wiedstruck als sängerisch hoch geforderte Hauptperson Antigone hoben die Schwestern in Scharfblick und Melancholie glanzvoll hervor. Die schillerndste, faszinierendste Gestalt aber war Teiresias in der Interpretation Jochen Kowalskis. Der Countertenor sang ohne Makel, und er tanzte, fistelte, krächzte; schneidend scharf, mit einschmeichelnder Glätte oder hysterischer Boshaftigkeit, wie immer es diese glanzvolle Partie in der ungelungenen Aufführung auch forderte."
Klaus Klingbeil, BZ, 18.11.1991:
"Alles Unglück kommt vom Sehen... Ein Volk, das sieht, ist unregierbar," klagt Jochen Kowalski als blinder Teiresias in zynischer Brettl-Manier, tappt über die Bühne und lässt keinen Zweifel daran, dass er Herr der Lage ist. Blind zwar, aber an der Macht. Der Held der Oper "Antigone oder Die Stadt", uraufgeführt in der Komischen Oper. ...
Überragend der Countertenor Jochen Kowalski als Teiresias, ein eiskalter Machtmensch mit Goebbels- Parallelen."
Klaus Geitel, November 1991:
"Jochen Kowalski bringt für den blinden Seher rassige Hinterhältigkeit und seine vollendete Singkunst mit. Er sieht aus und agiert wie Horst Buchholz als Entertainer in Cabaret."
Thomas Dietz, November 1991:
"Katzers wilde, üppige Musik, die Dia-Einblendungen aktueller Bedrohungen (Waffen, Hunger, Rauschgift) und die fulminanten Stimmen, besonders von Yvonne Wiedstruck (Antigone) und Countertenor Jochen Kowalski (blinder Seher Teiresias) machen diese neo-moderne Inszenierung zum Ereignis. Zwei oder drei Buh-Rufer setzten sich im Bravo-Rausch nicht durch."
 Georg-Friedrich Kühn, November 1991:
"Eigentlicher Drahtzieher im Hintergrund: Teiresias, der Seher - hier, ganz in Hellgrau, ein metaphorisch Blinder: Ideologe, Wissender, der dadurch in der Lage ist, zu manipulieren, selbst Macht auszuüben - über Kreon hinweg.
Auf himmlischen Höhen schwebend, ein Herrscher des himmlischen Friedens, lässt Katzer ihn singen im Falsett mit fernost-asiatischen Stützklängen à la Chinaoper, ein gleichsam Im-Potentat der Macht, Sinnbild einer erstarrten Gesellschaft. Musikalisch eine der prägnantesten Stellen der Oper ist denn auch des Teiresias' Sicherheitsballett - Tango mit den eigenen Schatten. Als Teiresias agiert kalt, aber gar nicht greisenhaft der Countertenor Jochen Kowalski."
Sybill Mahlke, Der Tagesspiegel, November1991:
"Schließlich Teiresias: seine Wandlung von der Moralinstanz des Sehers zum bösen Chefideologen neben und über dem Königsthron ist der Vorgeschichte näher, da der heilige Blinde einst Kreons Machtanspruch unterstützt hatte. Jochen Kowalskis Orpheus spukte offenbar durch die Planung von Anfang an, und der Gedanke einen hochrangigen Künstler  zu "nutzen", ist alte Theatertradition: die Rolle wurde abendfüllend.
Lyrischer Teiresias in der Farbe des Countertenors: dass die Einflussnahme "Macht ist Macht" in Schönklang verpackt wird, ist ein Zynismus, der die Partitur prägt. ...
Auf der Bühne dominiert Jochen Kowalski, und es fragt sich, wie viel der Partie verloren geht, wenn der Teiresias mit Erlaubnis des Komponisten einem Bariton übertragen wird: die spezielle Farbe jedenfalls."
Irene Tüngler, November 1991:
"Der geschmeidige, aber in seiner Beschädigung immer von untergründiger Angst in Atem gehaltene Teiresias bekommt einen infernalischen Tango, ironisch glatte, zynisch verspielte Musik. Jochen Kowalski in einer Paraderolle."

Startseite I Kontakt I Sitemap I Top