Jochen kowalski


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Belsazar

Georg Friedrich Händel (1685 - 1759)

 

 
 

Premiere: 24.3.1985
Staatsoper Hamburg

Inszenierung: Harry Kupfer
Musikalische Leitung: Gerd Albrecht

 

Premiere: 6.3.1994
Sächsische Staatsoper Dresden

Inszenierung: Harry Kupfer
Musikalische Leitung: Jörg-Peter Weigle

 

 
Pressestimmen:
 
Imre Fabian, Opernwelt 1985:
"Gottlob ist die musikalische Seite der Aufführung so stark und so anspruchsvoll, dass sie den Abend zu einem wichtigen Beitrag zum Händel-Jahr machen kann. Vom Dirigenten Gerd Albrecht sind in der Hauszeitung der Oper kluge Bemerkungen zu den Fragen und Schwierigkeiten der musikalischen Interpretation zu lesen. Albrechts Händel-Bild, mit einem mehr "satten" und "fülligen" Orchesterklang als wir ihn von einigen Händel-Experten gewohnt sind, ist ein überzeugender Beweis dafür, dass viele Wege zum Ziel führen. Die direkt zupackende, vitale Dramatik, die spannungsvolle, im besten Sinne des Wortes "theatralische" Geste, die im Linearen und in der Phrasierung klar differenzierende musikalische Wiedergabe weist Albrecht als einen Händel-Dirigenten von Rang aus. ...
Verbündete und Partner fand Albrecht auf der Bühne, in der fast durchweg hervorragenden Solistenbesetzung. Helen Donath war eine in Stimmführung, stilistischer Kompetenz, musikalischer Gestaltung bewegende, voll für sich einnehmende Nitocris; eine wahrhaft große Frauengestalt, stark in ihren Gefühlen und frei von jeder Sentimentalität. Die große Entdeckung der Aufführung ist der hochbegabte junge Kontratenor Jochen Kowalski (Daniel), schon jetzt ein Meister seines Fachs, dessen Vertreter in unseren Breitengraden immer noch rar gesät sind."
James Helme Sutcliffe, Opera 1989:
"Harry Kupfer's inventive imagination set it in a World War 2 ghetto (Warsaw's?) with new yellow-starred arrivals appearing in frightened groups during the depressed silence before the ouverture began. Watched by SS-guards atop the towering walls that threaded their way through a destroyed synagogue, its star-of-David window in the still-standing facade, the production showed the staging, by the inmates, of one of the great Biblical narratives, of Babylonian captivity and the eventual freeing of the Israelites, a subtle and simultaneous act of self-consolation and defiance.
The internees assumed all the oratorio's roles. Daniel (the wonderful East German countertenor Jochen Kowalski) and Gobrias (solemn-voiced Harald Stamm) were Rabbis. The voice of Belsazar (rough-and-ready singing by Walter Raffeiner) was lent to a monstrous dummy monarch (Göring?) in a patchwork general's uniform, carried on at appropriate moments. His mother Nitocris, sung with expressive opulence by Helen Donath, turned her cloak inside-out to reveal its crimson lining when transforming her regal character to that of a Hebrew convert."
Berliner Morgenpost, 08.03.1994:
"Die kostbarsten Augenblicke im Theater sind nicht die des stürmischen Jubels, sondern die des beeindruckten, gebannten Schweigens, das ihm vorausgeht. Die erlebt man nicht häufig, wohl aber mit großer Intensität jetzt bei der Premiere von Harry Kupfers  szenischer Version von Händels Oratorium Belsazar."
Die Welt, 08.03.1994
"Harry Kupfer machte aus dem zwittrigen Werk einen ergreifenden Theaterabend. Er führte, ohne dem Werk dramaturgisch Gewalt anzutun, jüngste deutsche Vergangenheit vor. Und das gelang, weil die Aktualisierung eine glückliche Liaison einging mit Kupfers Kunstfertigkeit."
Sächsische Zeitung, 08.03.1994:
"Es dominierte die musikalische Gestaltung, durch geschickte Regieführung unterstützt und von den Sängern einprägend getragen. Jörg-Peter Weigle gab als Dirigent, der auch aufführungspraktische Akzente Händelscher Musik zur Anwendung brachte, die vital dramatischen Akzente. Die Sänger nahmen sie auf und realisierten ihre affektgeprägten Szenen und Arien."
Neue Zeit, 09.03.1994:
"Dresdens Staatskapelle musiziert mit der scharf geschliffenen und bildkräftigen Expressivität eines barocken Spezialensembles der Sonderklasse, der Staatsopernchor, der dem tödlichen Verlorensein wie dem enormen Überlebenswillen unendlich viele Gesichtszüge verleiht, singt mit dramatischer Verve und geradezu mozartischem Ausdrucksvermögen."

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