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Die Fledermaus Johann Strauß (1825 - 1899) |
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Pressestimmen: |
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| Sigrid Löffler, Profil, 20.6.1988: | |
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"An der Volksoper hat es Kowalski mit
zwei Partien zum Publikumsliebling gebracht – als putzmunterer Giustino in
Harry Kupfers Inszenierung, die am 27. Juni zum letzten Mal gezeigt wird,
und als betörender Prinz Orlofsky in der 'Fledermaus'. |
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| Bernd Hoppe, Opernglas 03/1992: | |
| "Einen besonderen Anziehungspunkt hatte die Aufführungsserie durch die Besetzung des Prinzen Orlofsky mit Jochen Kowalski, der mit dieser Rolle sein Staatsoperndebüt gab. Mit der elegant-dekadenten Ausstrahlung eines jungen Dandy und dem raffiniert gesungenen Couplet, das er in der zweiten Strophe sogar dezent verzierte, war er eine Attraktion des Abends. Geschickt meisterte er die für ihn teilweise hohe Tessitura der Partie, hatte im Ensemble des 2. Aktes "Brüderlein und Schwesterlein" betörenden sinnlichen Reiz und überzeugte zudem im mit "echt" russischem Akzent gesprochenen Dialog." | |
| Sybill Mahlke, Tagesspiegel, 17.10.1995: | |
| "Schein und
Sein geraten durcheinander in einer Operette, die sich selbst noch nicht
so ernst nimmt, wie die Nachfolgewerke der Gattung mit ihrer
Sentimentalität. Die Rache der Fledermaus will nicht mehr erreichen, als
eine erlittene Blamage durch eine andere noch ein bißchen gemeinere
Blamage zu übertrumpfen. Es wird ihr leicht gemacht, weil die braven Leute
zum Abweichen von der bürgerlichen Sittlichkeit nur zu bereit sind. Einer aber ist alles andere als Durchschnitt: Orlofsky, russischer Prinz, der gerne Gäste einlädt, obwohl er sich dabei stets langweilt: "S'ist mal bei mir so Sitte: Chacun à son gout!" Wenn Jochen Kowalski in der Komischen Oper mit links zu verstehen gibt, dass er die Hauptperson des Abends sei, dann gilt kein Widerspruch. In jedem Sinn. Mit ihrem samtigen, weich drapierten Phantasiekostüm und schwarz gelockt, suggeriert die Erscheinung Zeitgenossenschaft mit Michael Jackson, ohne Kopie zu sein. Das besondere liegt ja schon in der Altstimme, der kostbar dominierenden, zugleich in der Aura des unbewegten Gesichts. Der Regisseur Harry Kupfer hat mit seinem Star Jochen Kowalski eine Figur erarbeitet, die das Außerordentliche von Innen aufleuchten lässt. "Stoßt an, stoßt an und huldigt im Vereine dem König aller Weine", so zündend er das große zweite Finale anführt, küssen darf man ihn nicht, denn dieser Orlofsky macht sich mit nichts und niemandem gemein. Den verknappten gesprochenen Dialog unterlegt er mit leichtem Akzent - der Komponist Johann Strauß kannte sich, auch beruflich, in St. Petersburg aus." |
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| Klaus Geitel, Berliner Morgenpost, 17.10.1995: | |
| "... Dafür
aber der famose Günter Neumann. Was für ein Künstler! Er tendiert doch im
Grunde eher zum Heldentenor. Aber gerade die scheinen ja mit Witz begnadet
zu sein. Man muss nur an Leo Slezak und René Kollo denken. Neumann steht
ihnen an leichtgewichtiger Heiterkeit nicht nach. Er ist als Gabriel von
Eisenstein geradezu unwiderstehlich lebensvergnügt, draufgängerisch,
risikolistig. Man hört und sieht ihn durchgehend mit Vergnügen: ein
Singkomödiant. Die andere Glanzleistung des Abends kommt, wie nicht anders zu erwarten, von Jochen Kowalski. Er hat sie aber, mit Kupfers Hilfe, neu zusammengerührt. Kowalskis Prinz Orlofsky trägt Draculas schwarze Haarsträhne tief in der bleichen Stirn. Er ist und bleibt unzugänglich. Er präsentiert einen Stil und setzt ihn auf melancholische Art durch. Es gibt keine Anbiederei. Kowalski bleibt auf Distanz. Gerade die aber macht seine Darbietung heiter. Er singt mit Leichtigkeit, Virtuosität und Geschmack." |
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| Berliner Kurier, 17.10.1995: | |
| "Lackstiefel
und Schmalzlocke. Michael Jackson an der Komischen Oper? Nicht nötig,
Jochen Kowalski kann genauso blasiert gucken. Und besser singen kann er
sowieso! Wenn die Komische Oper Johann Straußens "Fledermaus"
herausbringt, wenn Harry Kupfer sie inszeniert, wenn Yakov Kreizberg
dirigiert, wenn Stars von der Klasse eines Kowalski und einer Dagmar
Schellenberger dabei sind - das kann nur ein Abend vom Allerfeinsten
werden. Kein Stäubchen lag auf der bekanntesten Operette der Welt.
... Harry Kupfer brachte das Unglaubliche fertig: Nichts ist schmalzig, schluchzig, gepudert. Der Witz feiert Hochzeit mit der Ironie. Dazu das originelle Bühnenbild, wie aus einem Technikbaukasten. Der Fahrstuhl rast über drei Etagen, auf denen denn auch pausenlos agiert und gesungen wird. Ein Bonbon der Extraklasse ist noch der slibowitzige Gefängniswärter Frosch (Otto Sander). Mit Wiener Charme schmäht er Bonn in Berlin." |
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| Peter Buske, Berliner Zeitung, 17.10.1995: | |
| "Kupfers
exzellente Personenführung feiert bei der temporeichen, pointierten,
sozialgeschärften Aufbereitung dieser Hintertreppengeschichte erneut
Triumphe. Das begeistert Brüderlein und Schwesterlein für eine Ewigkeit,
an die wir auch morgen noch denken werden. Hemmungsloses Amüsement und
hinreißend witzig inszenierte doppelbödige Moral im Hause Eisenstein gibt
es da in Fülle zu bestaunen. Schnell und direkt kommt man zur Sache, nutzt
Situationen und Wissen zu eigenem Vorteil. Die Kritik an den dekadenten
Emporkömmlingen lugt ohne erhobenen Zeigefinger allenthalben hervor. Dabei greift Yakov Kreizberg mit dem präzise und brillant auftrumpfenden Orchester fest ins dramatische Gerüst des Notennetzwerkes, federt die schwingenden Klänge aus den Niederungen schmachtender k.u.k. Operettenseligkeit in die Höhe spannenden Musiktheaters. Statt lieblichen Champagners kredenzt er herzhaft prickelndes Mineralwasser von der Spree. ... Herrlich dekadent von enormer Ausstrahlung agiert Altus Jochen Kowalski als blasierter Orlofsky. Eine Meisterleistung genauso wie der Gefängniswärter Frosch von Otto Sander, der zwischen Kalauern und Kabarettpointen die Herzen der Zuschauer im Sturm erobert. Glücklich ist, wer vergißt?" |
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| Susanne Maier, B.Z., 17.10.1995: | |
| "..., denn
der Abend war ein Rausch. In den versetzte das Team Kupfer (Inszenierung),
Hans Schavernoch (Bühne) und Yakov Kreizberg (musikalische Leitung) das
Publikum auch ohne den auf der Bühne so enthusiastisch gefeierten
Champagner. Die Geschichte um die Rache des Notars Dr. Falke (Alexander
Marco-Buhrmester), der die gute Wiener Gesellschaft in einen höchst
peinlichen Verwechslungsskandal stürzt, wird von Kupfer frisch und
kraftvoll inszeniert. Keine Spur von verstaubtem Operettenkitsch. ... Hier spielt sich einer der Höhepunkte des Abends ab: Otto Sander als versoffener Gefängniswärter Frosch. Herrlich, wie er mit seiner kratzigen Stimme Couplets zum besten gibt, angereichert mit kleinen aktuellen Seitenhieben auf die momentane Berliner Lage. ... Zweiter Star des Abends: Natürlich Jochen Kowalski als Prinz Orlofsky. Mit kleinen schwarzen Löckchen, Lackstiefeln, pelzverbrämtem, eng taillierten Mantel machte er Michael Jackson Konkurrenz, nur dass Kowalski unvergleichlich viel besser singt. Die wunderschöne Dagmar Schellenberger als Rosalinde und Tatjana Korovina als Stubenmädchen Adele bestehen daneben glänzend." |
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| Klaus Geitel, Die Welt, 17.10.1995: | |
| "Es ist das Glück der Berliner Fledermaus,
dass sie als Herrn von Eisenstein (...) Günter Neumann einsetzen kann: den
schweren Helden als Bruder Leichtfuß. Neumann macht das entzückend. Er ist auf bezauberndste Weise unbeirrbar verrückt. Er versprüht vergnügt Männercharme: dieses selten gewordene Ingredienz, ohne das die Operette nicht leben kann. Neumann lässt sie heldentenoral aufblühen. Er singt machtvoll und spielt quecksilbrig. Er besitzt Selbstironie, Gelassenheit, Heiterkeit. Er zwinkert gutgelaunt, selbst noch beim Singen mit jedem Ton. Eine Paradepartie. ... Das weiß Jochen Kowalski natürlich genau. Er ist als Orlofsky gewissermaßen Boris Karloff als Kind; oder anders gewendet: Kowalski zeigt Michael Jackson auf dem Wege, Dracula zu werden. Schon hängt ihm die schwarze Locke tief in die bleiche Stirn. Kowalski genießt es, Stil zu haben, und bringt dieses Wissen in allem Ernst, bei voller Heiterkeit über die Rampe: ein Götterbote des ausgepichten Vergnügens." |
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| Robert Hartford, Opera Now, Januar 1996: | |
| "Harry Kupfer
merely put his great skill to work to do full justice to the piece and to
give his audiences a good time. Rather more than usual, however, he
made something of the revenge that lies behind the plot - Eisenstein may
join in the jollifications that bring down the curtain but he was still
handcuffed to Frosch. Orlofsky was neither camp nor merely bored: he was
disturbed and paranoid and had invited his guests simply to humiliate them
- when he offered Eisenstein a drink and the man demurred, a flunky
snapped a gun to his head. Orlofsky was played with terrifying stillness
by a pale-faced, unsmiling Jochen Kowalski; he sang with oleaginous line
as he sltithered up and down, exuding menace, to give an unforgettable
account of a dodgy role. The rest of the singing was of a similarly high standard ... Yakov Kreizberg's was wonderfully light and frothy as well as marvellously lithe and seductive - exactly what "Die Fledermaus" calls for and which was so sadly missing the last time I saw it in London. Orchestra and chorus were absolutely spot-on and the whole show, with all its complicated and integrated components, went like clockwork. I came away overjoyed at being re-united with a lost love; I might not have kissed a policeman but I was happy enough to have hugged an opera director." |
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| Paul Kachur, Januar 1999: | |
| "The level of satisfaction improved in the second act along with the proportion of music to repartee, with the big waltz numbers livening things up considerably. Günther Schneider-Siemssen's sets were most pleasing and effective, providing elegance without ostentation. But the big hit of the act was Prince Orlofsky, whose trousers were filled by someone accustomed to wearing them. Imagine hearing a young Marilyn Horne, then looking up at the stage and seeing - a guy! Jochen Kowalski looks like a man, talks like a man, but sings like an alto; not a countertenor, not in falsetto, but a true male alto. And it's not just a novelty - the man's got pipes. His acting was also impressive, although to be fair to the other cast members, his role mainly required him to pretend that nothing happening around him was particularly amusing, which could not have been much of a stretch." | |
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