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Freispruch für Medea Rolf Liebermann (1910 - 1999) |
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Premiere:
24.09.1995 Inszenierung: Ruth Berghaus |
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Pressestimmen: |
| Peter Buske, Berliner Zeitung, 26.09.1995: |
| "Die Vorgabe setzte die
Regisseurin Ruth Berghaus in archaische, stilisierte und verständliche
Bilder um. Auf riesiger Halbkugelfläche müssen die kolchische
Königstochter (Francoise Pollet als Heroine in Statur und strahlkräftiger
Stimme) nebst Gefolgschaft sehr artistisch turnen. Als Jason (Aage
Haugland robust und mit einiger Anstrengung) auftritt, driftet sie
auseinander. Ein aufsteigender, "gefrorener" Rauch bleibt, bestimmt auch die Szenen in Korinth. Auf diesem Rauch sitzt Medea wie ein Orakel, während der Chor in Trance über die karge Szene latscht, aber vorzüglich singt. Auf dem "gefrorenen" Rauch eilt auch der bisexuelle Jason zur Liebeswerbung um den ranken Apollon-priester Kreon (phantastisch intensiv Jochen Kowalski), ehe dieser mit einem verhexten Gewand verbrennt. " |
| M. Rutkowski, Opernglas 10/1995: |
| "Francoise Pollet beherrschte mit ihrer starken Bühnenpräsenz den gesamten Abend, geradezu eine Inkarnation der Medea. Die schwere Partie sang sie mühelos mit ihrem warmen, sinnlichen Sopran, der von der Tiefe bis zur extremen Höhe gleichermaßen rund und belkantesk klingt. ... Ein Glücksfall für Herrn Liebermann und sein Werk! Ja, wenn moderne Musik immer so klänge... Gleichfalls eine Idealbesetzung: Jochen Kowalski als weiß gewandeter Kreon, dem seine Rolle sichtlich Spaß bereitete, ist sie doch quasi ein Unikat in der Opernliteratur." |
| Opernwelt, November 1995: |
| " Für seine Medea-Oper
ging Liebermann noch weiter - nicht nur in die exotische Klangferne,
sondern auch in die Traumverlorenheit elegischer Gesänge, die mitunter -
etwa im Liebesduett nicht zwischen Medea und Jason, sondern zwischen Jason
und Kreon - betörend "schön" klingen, ... Dabei sind alle doch mit größtem Feuereifer bei der Sache: das Philharmonische Staatsorchester unter Gerd Albrecht und das feinsinnige Gamelan-Orchester Arum Sih, Chor und Ensemble und natürlich die Solisten. Francoise Pollet war schon vor fünf Jahren Medea, aber es ist, mit Verlaub, ein Unterschied, ob eine souveräne Sopranistin im Konzert auftritt oder auf der Bühne turnt, ob sie von Liebe singt oder Erotik im Wortsinne verkörpern soll. Selbst ein Kerl von einem Mann wie Aage Haugland (als Jason) blieb da nicht nur im Klangschatten. Jochen Kowalski als Kreon brachte zerbrechliche Zwischentöne ein, ..." |
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