Jochen kowalski


News I Termine I Karriere I Diskographie I Fotos I Medien


So oder so ist das Leben

Jochen Kowalski & das Salonorchester Illusion

Premiere: 16.5.2004
Komische Oper Berlin


PROGRAMM
des Konzerts vom 26.8.2006:

 

Georg Friedrich Händel (1685 - 1759)
Adagio aus der Ouvertüre zur Feuerwerksmusik

Henry Purcell (1659 - 1695)
"The Cold Song", Arie des Cold Genius aus King Arthur

Georg Friedrich Händel (1685 - 1759)
"Va tacito e nascosto", Arie des Cäsar aus Giulio Cesare

Henry Purcell (1659 - 1695)
"Fairest Isle", aus King Arthur

Domenico Sarri (1679 - 1744)
"Sen corre l'agneletta", Canzonetta

Gaetano Donizetti (1797 - 1848)
"Il segreto per esser felici", Brindisi des Orsini aus Lucrezia Borgia

Antonio Vivaldi (1678 - 1741)
Largo aus dem Concerto f-Moll Der Winter (Die vier Jahreszeiten)

Michail Glinka (1804 - 1857)
"Ja sdjesd Inesilla"

Carl von Holtei
"Frohe Botschaft", aus dem Liederspiel Die Wiener in Berlin

 

PAUSE

 

Béla Bartok (1881 - 1945)
Allegro barbaro

Kurt Weill (1900 - 1950)
Die Ballade von Mackie Messer aus der Dreigroschenoper

Theo Mackeben (1897 - 1953)
"So oder so ist das Leben", aus dem Film Liebe, Tod und Teufel
"Du hast Glück bei den Frau'n, Bel ami", aus dem Film Bel ami

Dmitri Schostakowitsch (1906 - 1975)
Walzer Nr. 2 aus der Suite für Jazzorchester Nr. 2

Isaak Dunajewski (1900 - 1955)
"Serdze", Tango aus dem Film Lustige Burschen

Leo Leux (1893 - 1951)
"Haben sie den neuen Hut von Fräulein Molly schon gesehen",
aus dem Film Es leuchten die Sterne

George Gershwin (1898 - 1937)
"It ain't necessarily so", aus Porgy and Bess

Cole Porter (1893 - 1964)
"Night and Day", aus Gay Divorce

 

(Bei aktuellen Terminen sind Abweichungen vom angegebenen Programm jederzeit möglich!)


Pressestimmen:

Alles zwischen heiß und frostig
"Das nennt man einen starken Auftritt: Nach der instrumentalen Ouvertüre mit einem Stück aus Händels "Feuerwerksmusik" wird es bitter kalt. Und der Star des Abends betritt das Podium. Oder richtiger: Er geht schon beim Hereinkommen in seiner Rolle auf. Ernst blickt er drein und gibt der genialsten Frost-Musik, die je komponiert wurde, eine famose singdarstellersiche Intensität. Bei der Arie des Cold Genius aus Henry Purcells Barockoper "King Arthur" können die 400 Zuhörer in der Reithalle am Marstall ihre Widerstandsfähigkeit gegen Gänsehaut testen.
Dann schaltet er mehrere Gänge herunter, verwandelt sich vom Opernhelden in einen locker-uneitlen Moderator und stellt einen mit solistischen Aufgaben betrauten Musiker aus dem siebenköpfigen Salonorchester Illusion vor. Er hebt charmant die Augenbraue und brilliert bei einer Arie aus Händels "Giulio Cesare".
Koloraturen erscheinen da nicht als schwierige Kunstübung, sondern als Vergnügen. Es ist ja die vokale Sinnlichkeit, die an dem Berliner Star-Altus Jochen Kowalski gerühmt wird. Seine besondere Kunst, meint der Stimmexperte Jens Malte Fischer, bestehe in dem "risikofreudigen Ausleben der erotischen Zwischenstufe, die ein männlicher Alt drstellt."
Kowalskis Programm "So oder so ist das Leben" beim Kultursommer Nordhessen war ein vergnüglicher Genremix. Das Salonorchester Illusion spielte Zwischenmusiken von Purcell bis Gershwin. Kowalski servierte Barockmusik, Belcanto, eine Wiener Dialektversion von "Kommt ein Vogel geflogen" und im zweiten Konzertteil Schmankerln aus der leichten Muse des 20. Jahrhunderts.
Da griff der Mann mit der großen Ausstrahlung zum Mikrofon und auch tief in die Entertainmentkiste - zur Sonnenbrille bei der Moritat von Mackie Messer und zu Rumbakugeln bei dem herrlich überdrehten Filmlied "Haben Sie den neuen Hut von Fräulein Molly schon gesehen?".
Und nach den finalen Bravos überreichte er seiner Combo die sieben Rosen, die er bekommen hatte, so dass ihm selbst nur das Grünzeug blieb."
Georg Pepl, Hessische / Niedersächsische Allgemeine, 27.8.2006

Höhenflüge vorm Schloss 
Mosigkau: Jochen Kowalski begeisterte
"Freie Stühle waren am vergangenen Samstag im Mosigkauer Schlosshof wahrlich nur schwer zu bekommen. Dies war auch nicht anders zu erwarten, hatte doch Opernstar Jochen Kowalski sehr medienwirksam für sein aktuelles Programm "So oder so ist das Leben" werben lassen.
Gemischte Gefühle kamen jedoch trotz des Titels nicht auf, da die Beteiligten, ganz wie angekündigt, "Juwelen der Tonkunst aus Oper, Operette, Musical und Film" zum Besten gaben. Vor der Kulisse des Schlosses konnte sich ein solches Programm, trotz der anfänglichen Regenbefürchtung, in seinem Unterhaltungsziel voll entfalten. Positiv überrascht wurde, wer flaches Entertainment erwartete.
Jochen Kowalski überzeugte nicht nur als der grandiose Altist, der er unbestritten ist. Auch seine kleinen und geistreichen Moderationen amüsierten ähnlich wie seine Mimik und Gestik beim Singen. Routine oder sängerische Erschöpfung waren nicht zu erkennen. Das Gegenteil war und ist der Fall. Hohe Lagen scheinen ihn nicht zu fordern. Die Textartikulation ist, egal ob Italienisch, Englisch, Russisch oder Deutsch, bemerkenswert. Selbst wer die gesungene Sprache nicht verstand, konnte allein durch Kowalskis Auftreten den Inhalt verfolgen.
Das "ernste" Repertoire von Purcell über Donizetti bis hin zu Cäsars Arie "Va tacito e nascosto" aus Händels "Giulio Cesare" wurde in gleicher Perfektion und mit gleicher Hingabe zelebriert wie etwa ein "Mackie Messer" (mit Sonnenbrille!) oder Leo Leux' "Haben Sie den neuen Hut von Fräulein Molly schon gesehen?" , welches das Publikum wirklich mitriss. Vor Kontinuität auf einem solchen Niveau muss man sich, gerade im heutigen Konzert- und Opernbetrieb, respektvoll und dankbar verneigen.
Das Salonorchester "Illusion" musizierte mit sichtbarer Freude und einem, für die geringe Zahl von sechs Musikern, sehr breiten Klangspektrum, da fast jeder mehrere Instrumente spielte. Dadurch wurden die instrumentalen Intermezzi nicht zu Warteintervallen, in denen man den Protagonisten herbeisehnt. ...
So geriet dieser Abend insgesamt zu einem amüsanten Erlebnis, welches man unter dem Eindruck lustvollen und professionellen Musizierens freudig bewegt verließ. In dieser Qualität unterhalten zu werden, weckt Lust auf mehr. Sehr gern wieder mit Countertenor Jochen Kowalski und seinen Kollegen von der Komischen Oper Berlin."
Rainer Schöbe, Mitteldeutsche Zeitung, 17.9.2005

Feldherr auf dem Podium
Liederabend der anderen Art mit Jochen Kowalski im Nikolaisaal
"... Doch Altus Jochen Kowalski enttäuscht nicht und singt trotz eindeutiger Symptome eines (langsam abklingenden) grippalen Infekts. Doch was heißt: singt. Er gestaltet einen Lieder- und Arienabend der etwas anderen Art. Er macht Gesänge hautnah erlebbar und teilt einem seine Freude am Singen unverstellt mit. Da ist nichts einstudiert oder auf Wirkung berechnet. Seine Bühnenpräsenz ist enorm. Er ist, von Aura umweht, der Charmeur, der große Junge, der das Publikum jederzeit im Griff hat und von diesem geliebt wird.
An seiner Seite läuft das ihn genüsslich begleitende Salonorchester Illusion zur Hochform auf. ... Nahtlos geht es in die tonmalerische "Kälte-Arie" aus Purcells "King Arthur", deren stockfrostklirrenden Gestus Jochen Kowalski vorzüglich trifft. Nicht minder plastisch formt der Sänger die Cäsar-Arie "Va tacito e nascosto" aus der Händel-Oper "Giulio Cesare", ein Leckerbissen an musiktheatralischer Intensität. Kowalski ist - und nicht nur hierbei - Feldherr auf dem Podium. Die Stimme zeigt sich geschmeidig wie eh ... Er kapriziert sich auf kokette Canzonen, erweckt russische Komponisten (Gluck, Schostakowitsch) zu neuem Podiumsleben, erweist sich als weanerischer Stimmkomiker bei der frohen Botschaft "Kommt ein Vorgerl geflogen". ... Nicht weniger augenzwinkernd trägt Kowalski Tonfilmmelodien wie "Du hast Glück bei den Frau'n" vor ... Die Ballade von Mackie Messer aus der Brecht/Weillschen "Dreigroschenoper" und das Cole Portersche "Night and Day" zeigen den lautstark gefeierten Altus voller Feeling fürs Unterhaltsame."
Peter Buske, Potsdamer Neueste Nachrichten, 4.12.2004

Mit Charme und Eleganz
Trotz Erkältung: Jochen Kowalski brillierte mit "Juwelen der Tonkunst"
"... "So oder so ist das Leben" heißt das mit 18 Arien, Liedern und Songs aufwartende Programm, das den Bogen vom englischen Barock und italienischem Belcanto bis zu Brecht-Liedern, deutschen Film-Musiken und amerikanischen Musical-Songs spannt. ...
Feinfühlig und zart, manchmal geradezu tänzelnd bewegt sich Kowalski durch das klassische Liedgut, das er mit einer kess verblödelten und mit Wiener verzuckerten Volksweise abschließt.
... Das siebenköpfige, aus Musikern der Komischen Oper Berlin bestehende Salonorchester mutiert zur lässigen Jazz-Combo. Und Jochen Kowalski zur gut gelaunten Jazz-Röhre. ... Das heftig applaudierende Publikum jedenfalls mag den angekränkelten Altus gar nicht mehr von der Bühne lassen."
Frank Dietschreit, Märkische Allgemeine, 4./5.12.2004

Pfiffiger Gigolo
Jochen Kowalski mit alten Schlagern

"Die Berliner Schnauze gilt abseits der Spree gemeinhin als Herb, kompromisslos, der Witz als derb bis beleidigend. Wie kommt es dann, dass ausgerechnet die Wahlberliner Schnauze Jochen Kowalski, der Metzgersohn aus dem Dörfchen Wachow bei Brandenburg (er hat den allergrößten Teil seines Lebens allerdings in Berlin verbracht) so gefühlvolle Schlager singt. Will er zeigen, dass die harte Berliner Schnauze nur einen ganz weichen Kern verbirgt?
Jochen Kowalskis internationale Erfolge und Verdienste als Opern- und Konzertsänger sind unbestritten. Aber er hat sich auch von Anfang an mit dem gleichen Ernst und der gleichen Seriosität der leichten Muse gewidmet, der Operette, den Schlagern aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und früher - aber nicht, weil er es sich einfach machen will: gerade die Operettenlieder und alten Schlager sind alles andere asl sängerfreundlich gesetzt, weil sie viel mit Verzierungen und spektakulären Intervallsprüngen arbeiten, um mit virtuosem Pepp das Publikum zu beeindrucken.
Aber das ist genau das Metier, das Jochen Kowalski liegt. Er tut sich relativ leicht mit diesen Anforderungen, weil er ein außerordentlich sorgfältiger und bewusster Formulierer ist und wegen seiner hohen Stimmführung auch sein muss. Er hat aber auch eine Gabe, sich in die Gesangslinien hineinzulegen, die Verzierungen zu zelebrieren, sich zum ästhetischen Gesamtkunstwerk zu machen.
Denn er ist ja auch ein guter Schauspieler. Die Andeutung einer Pose reicht, um die Grundstimmung festzulegen und das Publikum in Erwartung zu setzen: melancholisch Leonello Casuccis "Schöner Gigolo, armer Gigolo", zynisch der Mackie Messer, mitreißend der Prinz Orlofsky (eine seiner absoluten Paraderollen, mit denen er schon die New Yorker auf die Met-Stühle getrieben hat), schwül-mondän Ralph Erwins "Ich küsse Ihre Hand, Madame" oder neckisch-geschwätzig Leo Leux' "Haben Sie den neuen Hut von Fräulein Molly schon gesehen?". Da erstand plötzlich wieder ein ganz eigene, längst untergegangene, spannende Welt der Unterhaltung.
Mit dem Salonorchester Illusion hat sich Jochen Kowalski einen kongenialen Partner sozusagen auf den Leib gegründet. Die sieben Musiker, die an der Komischen Oper und der Berliner Staatsoper ihrem Broterwerb nachgehen, sind Männer, die über ihr eigenes Tun noch schmunzeln können, die aus Lust an der Freud Salonmusik machen. Mit stoischer Gelassenheit, wie es sich für ein Orchester gehört, begleiten sie den bestens aufgelegten Solisten. Aber sie langten auch kräftig zu bei eigenen Arrangements wie Paul Linckes "Schutzmannsmarsch" oder Béla Bartóks "Allegro barbaro". Drei Zugaben mussten schon sein."
Saale-Zeitung, 21.6.2004

Startseite I Kontakt I Sitemap I Top