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PROGRAMM
des Konzerts vom 26.8.2006:
Georg Friedrich Händel (1685 - 1759)
Adagio aus der Ouvertüre zur Feuerwerksmusik
Henry Purcell (1659 - 1695)
"The Cold Song", Arie des Cold Genius aus King Arthur
Georg Friedrich Händel (1685 - 1759)
"Va tacito e nascosto", Arie des Cäsar aus Giulio Cesare
Henry Purcell (1659 - 1695)
"Fairest Isle", aus King Arthur
Domenico Sarri (1679 - 1744)
"Sen corre l'agneletta", Canzonetta
Gaetano Donizetti (1797 - 1848)
"Il segreto per esser felici", Brindisi des Orsini aus Lucrezia Borgia
Antonio Vivaldi (1678 - 1741)
Largo aus dem Concerto f-Moll Der Winter (Die vier Jahreszeiten)
Michail Glinka (1804 - 1857)
"Ja sdjesd Inesilla"
Carl von Holtei
"Frohe Botschaft", aus dem Liederspiel Die Wiener in Berlin
PAUSE
Béla Bartok (1881 - 1945)
Allegro barbaro
Kurt Weill (1900 - 1950)
Die Ballade von Mackie Messer aus der Dreigroschenoper
Theo Mackeben (1897 - 1953)
"So oder so ist das Leben", aus dem Film Liebe, Tod und Teufel
"Du hast Glück bei den Frau'n, Bel ami", aus dem Film Bel ami
Dmitri Schostakowitsch (1906 - 1975)
Walzer Nr. 2 aus der Suite für Jazzorchester Nr. 2
Isaak Dunajewski (1900 - 1955)
"Serdze", Tango aus dem Film Lustige Burschen
Leo Leux (1893 - 1951)
"Haben sie den neuen Hut von Fräulein Molly schon gesehen",
aus dem Film
Es leuchten die Sterne
George Gershwin (1898 - 1937)
"It ain't necessarily so", aus Porgy and Bess
Cole Porter (1893 - 1964)
"Night and Day", aus Gay Divorce
(Bei aktuellen Terminen sind Abweichungen vom
angegebenen Programm jederzeit möglich!)
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Pressestimmen: Alles zwischen heiß und frostig
"Das nennt man einen starken Auftritt: Nach der instrumentalen
Ouvertüre mit einem Stück aus Händels "Feuerwerksmusik" wird es bitter
kalt. Und der Star des Abends betritt das Podium. Oder richtiger: Er geht
schon beim Hereinkommen in seiner Rolle auf. Ernst blickt er drein und
gibt der genialsten Frost-Musik, die je komponiert wurde, eine famose
singdarstellersiche Intensität. Bei der Arie des Cold Genius aus Henry
Purcells Barockoper "King Arthur" können die 400 Zuhörer in der Reithalle
am Marstall ihre Widerstandsfähigkeit gegen Gänsehaut testen.
Dann schaltet er mehrere Gänge herunter, verwandelt sich vom Opernhelden
in einen locker-uneitlen Moderator und stellt einen mit solistischen
Aufgaben betrauten Musiker aus dem siebenköpfigen Salonorchester Illusion
vor. Er hebt charmant die Augenbraue und brilliert bei einer Arie aus
Händels "Giulio Cesare".
Koloraturen erscheinen da nicht als schwierige Kunstübung, sondern als
Vergnügen. Es ist ja die vokale Sinnlichkeit, die an dem Berliner
Star-Altus Jochen Kowalski gerühmt wird. Seine besondere Kunst, meint der
Stimmexperte Jens Malte Fischer, bestehe in dem "risikofreudigen Ausleben
der erotischen Zwischenstufe, die ein männlicher Alt drstellt."
Kowalskis Programm "So oder so ist das Leben" beim Kultursommer Nordhessen
war ein vergnüglicher Genremix. Das Salonorchester Illusion spielte
Zwischenmusiken von Purcell bis Gershwin. Kowalski servierte Barockmusik,
Belcanto, eine Wiener Dialektversion von "Kommt ein Vogel geflogen" und im
zweiten Konzertteil Schmankerln aus der leichten Muse des 20.
Jahrhunderts.
Da griff der Mann mit der großen Ausstrahlung zum Mikrofon und auch tief
in die Entertainmentkiste - zur Sonnenbrille bei der Moritat von Mackie
Messer und zu Rumbakugeln bei dem herrlich überdrehten Filmlied "Haben Sie
den neuen Hut von Fräulein Molly schon gesehen?".
Und nach den finalen Bravos überreichte er seiner Combo die sieben Rosen,
die er bekommen hatte, so dass ihm selbst nur das Grünzeug blieb."
Georg Pepl, Hessische / Niedersächsische Allgemeine, 27.8.2006
Höhenflüge vorm
Schloss
Mosigkau: Jochen Kowalski begeisterte
"Freie Stühle waren am
vergangenen Samstag im Mosigkauer Schlosshof wahrlich nur schwer zu
bekommen. Dies war auch nicht anders zu erwarten, hatte doch Opernstar
Jochen Kowalski sehr medienwirksam für sein aktuelles Programm "So oder so
ist das Leben" werben lassen.
Gemischte Gefühle kamen jedoch trotz des Titels nicht auf, da die
Beteiligten, ganz wie angekündigt, "Juwelen der Tonkunst aus Oper,
Operette, Musical und Film" zum Besten gaben. Vor der Kulisse des
Schlosses konnte sich ein solches Programm, trotz der anfänglichen
Regenbefürchtung, in seinem Unterhaltungsziel voll entfalten. Positiv
überrascht wurde, wer flaches Entertainment erwartete.
Jochen Kowalski überzeugte nicht nur als der grandiose Altist, der er
unbestritten ist. Auch seine kleinen und geistreichen Moderationen
amüsierten ähnlich wie seine Mimik und Gestik beim Singen. Routine oder
sängerische Erschöpfung waren nicht zu erkennen. Das Gegenteil war und ist
der Fall. Hohe Lagen scheinen ihn nicht zu fordern. Die Textartikulation
ist, egal ob Italienisch, Englisch, Russisch oder Deutsch, bemerkenswert.
Selbst wer die gesungene Sprache nicht verstand, konnte allein durch
Kowalskis Auftreten den Inhalt verfolgen.
Das "ernste" Repertoire von Purcell über Donizetti bis hin zu Cäsars Arie
"Va tacito e nascosto" aus Händels "Giulio Cesare" wurde in gleicher
Perfektion und mit gleicher Hingabe zelebriert wie etwa ein "Mackie
Messer" (mit Sonnenbrille!) oder Leo Leux' "Haben Sie den neuen Hut von
Fräulein Molly schon gesehen?" , welches das Publikum wirklich mitriss.
Vor Kontinuität auf einem solchen Niveau muss man sich, gerade im heutigen
Konzert- und Opernbetrieb, respektvoll und dankbar verneigen.
Das Salonorchester "Illusion" musizierte mit sichtbarer Freude und einem,
für die geringe Zahl von sechs Musikern, sehr breiten Klangspektrum, da
fast jeder mehrere Instrumente spielte. Dadurch wurden die instrumentalen
Intermezzi nicht zu Warteintervallen, in denen man den Protagonisten
herbeisehnt. ...
So geriet dieser Abend insgesamt zu einem amüsanten Erlebnis, welches man
unter dem Eindruck lustvollen und professionellen Musizierens freudig
bewegt verließ. In dieser Qualität unterhalten zu werden, weckt Lust auf
mehr. Sehr gern wieder mit Countertenor Jochen Kowalski und seinen
Kollegen von der Komischen Oper Berlin."
Rainer Schöbe, Mitteldeutsche Zeitung, 17.9.2005
Feldherr auf dem Podium
Liederabend der anderen Art mit Jochen Kowalski im Nikolaisaal
"... Doch Altus Jochen Kowalski enttäuscht nicht und singt trotz
eindeutiger Symptome eines (langsam abklingenden) grippalen Infekts. Doch
was heißt: singt. Er gestaltet einen Lieder- und Arienabend der etwas
anderen Art. Er macht Gesänge hautnah erlebbar und teilt einem seine
Freude am Singen unverstellt mit. Da ist nichts einstudiert oder auf
Wirkung berechnet. Seine Bühnenpräsenz ist enorm. Er ist, von Aura umweht,
der Charmeur, der große Junge, der das Publikum jederzeit im Griff hat und
von diesem geliebt wird.
An seiner Seite läuft das ihn genüsslich begleitende Salonorchester
Illusion zur Hochform auf. ... Nahtlos geht es in die tonmalerische
"Kälte-Arie" aus Purcells "King Arthur", deren stockfrostklirrenden Gestus
Jochen Kowalski vorzüglich trifft. Nicht minder plastisch formt der Sänger
die Cäsar-Arie "Va tacito e nascosto" aus der Händel-Oper "Giulio Cesare",
ein Leckerbissen an musiktheatralischer Intensität. Kowalski ist - und
nicht nur hierbei - Feldherr auf dem Podium. Die Stimme zeigt sich
geschmeidig wie eh ... Er kapriziert sich auf kokette Canzonen, erweckt
russische Komponisten (Gluck, Schostakowitsch) zu neuem Podiumsleben,
erweist sich als weanerischer Stimmkomiker bei der frohen Botschaft "Kommt
ein Vorgerl geflogen". ... Nicht weniger augenzwinkernd trägt Kowalski
Tonfilmmelodien wie "Du hast Glück bei den Frau'n" vor ... Die Ballade von
Mackie Messer aus der Brecht/Weillschen "Dreigroschenoper" und das Cole
Portersche "Night and Day" zeigen den lautstark gefeierten Altus voller
Feeling fürs Unterhaltsame."
Peter Buske, Potsdamer Neueste Nachrichten, 4.12.2004
Mit Charme und Eleganz
Trotz Erkältung: Jochen Kowalski brillierte mit "Juwelen der Tonkunst"
"... "So oder so ist das Leben" heißt das mit 18 Arien, Liedern und
Songs aufwartende Programm, das den Bogen vom englischen Barock und
italienischem Belcanto bis zu Brecht-Liedern, deutschen Film-Musiken und
amerikanischen Musical-Songs spannt. ...
Feinfühlig und zart, manchmal geradezu tänzelnd bewegt sich Kowalski durch
das klassische Liedgut, das er mit einer kess verblödelten und mit Wiener
verzuckerten Volksweise abschließt.
... Das siebenköpfige, aus Musikern der Komischen Oper Berlin bestehende
Salonorchester mutiert zur lässigen Jazz-Combo. Und Jochen Kowalski zur
gut gelaunten Jazz-Röhre. ... Das heftig applaudierende Publikum
jedenfalls mag den angekränkelten Altus gar nicht mehr von der Bühne
lassen."
Frank Dietschreit, Märkische Allgemeine, 4./5.12.2004
Pfiffiger Gigolo
Jochen Kowalski mit alten Schlagern
"Die Berliner Schnauze gilt abseits der Spree gemeinhin als Herb,
kompromisslos, der Witz als derb bis beleidigend. Wie kommt es dann, dass
ausgerechnet die Wahlberliner Schnauze Jochen Kowalski, der Metzgersohn
aus dem Dörfchen Wachow bei Brandenburg (er hat den allergrößten Teil
seines Lebens allerdings in Berlin verbracht) so gefühlvolle Schlager
singt. Will er zeigen, dass die harte Berliner Schnauze nur einen ganz
weichen Kern verbirgt?
Jochen Kowalskis internationale Erfolge und Verdienste als Opern- und
Konzertsänger sind unbestritten. Aber er hat sich auch von Anfang an mit
dem gleichen Ernst und der gleichen Seriosität der leichten Muse gewidmet,
der Operette, den Schlagern aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und
früher - aber nicht, weil er es sich einfach machen will: gerade die
Operettenlieder und alten Schlager sind alles andere asl sängerfreundlich
gesetzt, weil sie viel mit Verzierungen und spektakulären
Intervallsprüngen arbeiten, um mit virtuosem Pepp das Publikum zu
beeindrucken.
Aber das ist genau das Metier, das Jochen Kowalski liegt. Er tut sich
relativ leicht mit diesen Anforderungen, weil er ein außerordentlich
sorgfältiger und bewusster Formulierer ist und wegen seiner hohen
Stimmführung auch sein muss. Er hat aber auch eine Gabe, sich in die
Gesangslinien hineinzulegen, die Verzierungen zu zelebrieren, sich zum
ästhetischen Gesamtkunstwerk zu machen.
Denn er ist ja auch ein guter Schauspieler. Die Andeutung einer Pose
reicht, um die Grundstimmung festzulegen und das Publikum in Erwartung zu
setzen: melancholisch Leonello Casuccis "Schöner Gigolo, armer Gigolo",
zynisch der Mackie Messer, mitreißend der Prinz Orlofsky (eine seiner
absoluten Paraderollen, mit denen er schon die New Yorker auf die
Met-Stühle getrieben hat), schwül-mondän Ralph Erwins "Ich küsse Ihre
Hand, Madame" oder neckisch-geschwätzig Leo Leux' "Haben Sie den neuen Hut
von Fräulein Molly schon gesehen?". Da erstand plötzlich wieder ein ganz
eigene, längst untergegangene, spannende Welt der Unterhaltung.
Mit dem Salonorchester Illusion hat sich Jochen Kowalski einen kongenialen
Partner sozusagen auf den Leib gegründet. Die sieben Musiker, die an der
Komischen Oper und der Berliner Staatsoper ihrem Broterwerb nachgehen,
sind Männer, die über ihr eigenes Tun noch schmunzeln können, die aus Lust
an der Freud Salonmusik machen. Mit stoischer Gelassenheit, wie es sich
für ein Orchester gehört, begleiten sie den bestens aufgelegten Solisten.
Aber sie langten auch kräftig zu bei eigenen Arrangements wie Paul Linckes
"Schutzmannsmarsch" oder Béla Bartóks "Allegro barbaro". Drei Zugaben
mussten schon sein."
Saale-Zeitung, 21.6.2004 |