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PROGRAMM
des Konzerts vom 21.7.2007:
Benny Moten
"Moten Stomp" (1927)
R. Freed / A. Goodhart
"Who walks in when I walk out?" (1933)
Gerhard Mohr
"Orientexpress" (1933)
Peter Igelhoff / Adolf Steimel
Wir machen Musik" (1942)
Theo Mackeben
"Bel Ami" (1939)
Peter Kreuder
"Für eine Nacht voller Seligkeit" (1940)
Wingy Manone
"Sun Sue Strut" (1924)
Hoagy Carmichael
"Stardust" (1927)
Fletcher Henderson
"Stampede" (1937)
Wassili Pawlowitsch Solowjow-Sedoj
"Potomu schto my piloty" (1945)
Matwej Isaakowitsch Blanter
"Spakoinoij Notschij" (1935)
Isaak Ossipowitsch Dunajewskij
"Szerdze" (1934)
Jerzy Petersburski
"Utomljonnoje
solnze"
Joseph Garland
"Serenade to a savage" (1939)
PAUSE
Ray Colignon
"Introducing Mr. Basie" (1940)
Mort Dixon
"Did you mean it ?" (1934)
Duke Ellington
"Caravan" (1937)
Kurt Weill
"Die Ballade von Mackie Messer" (1928)
"Moon of Alabama" (1929)
Harry Warren
Chattanooga Choo- Choo (1941)
Irvin Berlin
"Cheek to cheek" (1935)
Sholom Secunda
"Bei mir bist Du schön" (1932)
Cole Porter
"Night and Day" (1933)
James P. Johnson
Charleston (1923)
Franz Doelle
"An einem Tag im Frühling" (1933)
Werner Richard Heymann
"Das gibt´s nur einmal" (1931)
ZUGABEN:
Ralph Maria Siegel
"Sing ein Lied, wenn Du mal traurig bist"
Michael Heubach
"Du hast den Farbfilm vergessen"
(Bei aktuellen Terminen sind Abweichungen vom
angegebenen Programm jederzeit möglich!)
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Pressestimmen:
Das gibt's nur einmal?
"Dass Jochen Kowalski sich mit großer Begeisterung auch der leichten Muse
verschrieben hat, war für die Gäste des Kissinger Sommers nicht neu. Seine
Operettenauftritte wurden ebenso gefeiert wie sein Konzert mit dem
Berliner Salonorchester Illusion in Bad Brückenau.
Jochen Kowalski war wieder gut drauf. Er hat sie einfach, diese anrüchige
Eleganz, wenn er "Bel ami" oder "Für eine Nacht voller Seligkeit" singt,
diese Verzücktheit, wenn er "An einem Tag im Frühling" oder "Das gibt's
nur einmal" geradezu zelebriert. ...
Als besonderes Schmankerl hatte Kowalski drei Lieder aus der Moskauer
Swing-Szene der 30er und 40er Jahre mitgebracht, die er von alten
Schellackplatten abgehört hat. Abgesehen davon, dass kaum ein Russe so
sinnlich russisch singen kann wie der Berliner, fragte man sich schon,
warum diese Musik im Westen nie bekannt geworden ist.
Herausragend waren allerdings die beiden Songs "Mackie Messer" und "Moon
of Alabama" von Kurt Weill und Bert Brecht. Im ersten Lied verstärkte
Kowalski den Eindruck der Gefahr, indem er bis zur "minderjähr'gen Witwe"
in seiner Normalstimme sang und dann erst ins hohe Register wechselte. Und
das zweite Lieder war ein fantastisches Arrangement des Altberliner
musikalischen Urgesteins Günter Gürsch. ..."
Thomas Ahnert, Saale-Zeitung, 13.7.2006
Bigbandsound mit Kultcharakter
"Bestens gelaunt präsentierte sich das Capital Dance Orchestra in der
Laeiszhalle. Nach Glamour-Diva Nina Hagen sorgte das hochkarätige Berliner
Ensemble mit Countertenor Jochen Kowalski in der Konzertreihe "Stars Go
Swing" für originär-satten Bigbandsound mit Kultcharakter. ...
Nicht selten erinnerte Kowalski mit seiner markanten Stimmlage an Max
Raabesche Palastorchester-Tradition, trotzdem verlieh der 51jährige
Star-Countertenor den Liedern durch seine Präzision eine eigene
dramatische Note. Für seine "Stars Go Swing"-Konzerte setzte er zwei
Herzenswünsche aufs Programm: Kurt-Weill-Lieder und russischen Swing. So
schwelgte der Stilakrobat nicht nur in Klassikern wie "Cheek to cheek" und
"Bei mir bist du schön", sondern gab auch mit besonderer Hingabe russische
Tonfilmschlager der 30er und 40er Jahre zum besten.
Auch die 13 Musiker genossen offenbar die von Arthur Castro inszenierte
Show ... Die Zuhörer hob der temporeiche Drive begeistert von den
Sitzen".
Hamburger Abendblatt, 2.1.2006
Unwiderstehliche Swing-Melodien aus dem Zeitalter der
Schellackplatten
"Vulkanisch virtuos wie lebensfreudig lustbetont durchgroovte das Capital
Dance Orchestra am Freitag die Laeiszhalle, feierte die Auferstehung des
Swing der Goldenen Zwanziger mit gar famos farbigen Arrangements.
Geradewegs zum Niederknien, möchte man schreiben, doch diese Musik der
Schellack-Ära fährt derart direkt in die wintermüden Beine, dass sich das
restlos entzückte, swing-fiebrige Publikum fast vergaß und den ehrwürdigen
Musentempel nach ein paar weiteren Zugaben zweifelsfrei in eine wüste
Tanzhöhle seliger Big-Band-Zeiten verwandelt hätte.
Zum Glück kam’s nicht ganz so weit, denn sonst hätten wir womöglich all
die klugen Zwischentöne der gestopften Trompeten und Posaunen, der
lasziven Saxophon- und Klarinetteneinlagen, der klug abgemischten Tutti
verpasst. Und dann war da ja noch der Stargast, Opernaltus Jochen
Kowalski, in Hamburg vor 20 Jahren erstmals als Daniel in Händels Belsazar
unter Harry Kupfers genialer Regie zu erleben. Wer irgendwelche Zweifel
hegte, ob Kowalski sein Ausflug in dieses ungewohnt leichte Fach denn
nicht schwer fallen müsste, wurde vollends verblüfft. Denn der Ostberliner
genoss sein Fremdgehen so unerhört charmant und gekonnt, als hätte er nie
etwas anderes getan. Zudem begeisterte er nicht nur in den amerikanischen
wie deutschen Klassikern von Irvin Berlin und Cole Porter bis zu Kurt
Weill – hier etwa mit dem lakonisch gewitzt zwischen Sprechgesang und
Kopfstimme changierenden Mackie-Messer-Song, sondern brachte auch ein paar
verschollene Perlen des russischen Swing-Repertoires mit. In
Originalsprache sang er "Darum sind wir Piloten" aus dem 1945 entstandenen
Tonfilm "Die Himmelskutsche" – wo die Piloten behaupten, zuerst ihr
Flugzeug und dann erst ihre Mädchen zu lieben. Oder die Tangoromanze "Mein
Herz" aus der Jazzkomödie "Lustige Burschen" von 1934, deren doppelbödigen
Herz-Schmerz-Schmelz Kowalski mit zarter Ironie versah. Musik, die am
Vorabend des Krieges einem Tanz auf dem Vulkan gleichkam."
Die Welt, 2.1.2006
"Er (Jochen Kowalski) hat Swing gesungen. ...
Gemeinsam mit dem Capital Dance Orchestra. Das Haus war ausverkauft, was
nicht immer der Fall ist. Das Publikum war aus dem Häuschen. ...
Als Zugabe bei seiner Weltpremiere im Konzerthaus gab Kowalski, so richtig
angejuckelt, seinem Affen Zucker und sang Nina Hagens Klassiker "Du hast
den Farbfilm vergessen". Wer dabei war, wird es nie vergessen."
Bernd Philipp, Berliner Morgenpost, 26.6.2005
Gassenhauer mit doppeltem Boden
Auch der Swingsänger Jochen Kowalski überzeugt
"... Aber es geht noch besser, noch unerwarteter: Auch Star-Altus
Jochen Kowalski ist unter die Swing-Sänger gegangen. Aber gemach. Was im
Rahmen des Mottos "Stars go Swing!" zunächst wie eine Sensation
daherkommt, ist in Wirklichkeit eine geschickt und liebevoll
zusammengestellte Zeitreise in eine Ära, die Kowalski bereits ganz gut
kennt. Schon seit 1994, als er im Deutschen Theater in der Vorkriegs-Revue
"Eine Sehnsucht, egal wonach" mitwirkte, hat der Countertenor
Bühnenerfahrung mit dem Liedgut der zwanziger und dreißiger Jahre.
Der Sprung zu den Ufa-Neckereien aus den vierziger Jahren, zu Mackebens "Bel
Ami" oder zu Kreuders "Für eine Nacht voller Seligkeit", den Kowalski mit
dem Capital Dance Orchestra im voll besetzten Konzerthaus zunächst wagt,
ist da nicht allzu groß. Indes: auch er muss gekonnt sein. Vor allem
deshalb, weil das Capital Dance Orchestra keine halben Sachen macht. Das
13köpfige Jazzorchester unter der Leitung des Geigers Joris Bartsch Buhle
pflegt in Partitur und Auftreten einen Stil, der von einem Höchstmaß an
historisch-kritischer Authentizität lebt. Will heißen: die Arrangements
wurden getreulich alten Schellackplatten abgehört, die Musiker sind sich
nicht zu schade, Schabernack hinterm Notenpult anzustellen.
Es ist schwül, es ist bizarr, es ist frivol. Man muss sich zunächst daran
gewöhnen. Aber dann merkt man: Kowalskis Countertenor, den man sich
niemals ernsthaft im Kontext des Sinatra-Rat-Pack-Swing vorstellen könnte,
passt perfekt zum Halbwelt-Shuffle des Capital Dance Orchestra. Da gelingt
dann sogar das etwas gewagte Experiment des Sängers, Musiker und Publikum
mit vergessenen Jazzschlagern aus Russland zu konfrontieren. Gleichwohl
überzeugen Kowalskis Weill/Brecht-Interpretationen im zweiten Konzertteil
am meisten. Hier kann er seine messerscharfe Diktion einbringen, sein
dramatisches Erzähltalent; hier wird aus dem naiven Sinnenglück der
Gassenhauer ein doppelbödiges Spiel. Den Mackie Messer trägt Kowalski
größtenteils mit seiner Naturstimme, in verschlagener Baritoneinfärbung,
vor; um, was für ein schöner Effekt!, das Wehklagen der geschändeten Witwe
im Alt zu geben.
Was immer man auch im einzelnen von Kowalskis Umgehen mit Irving Berlins "Cheek
to Cheek", Cole Porters "Night and Day" oder dem im Klezmer-Tumult
endenden "Bei mir bist Du schön" halten mag: Peinlich oder verkrampft
wirkt der Swing-Counter nie. Der stellenweise frenetische Applaus im
Konzerthaus beweist: es funktioniert. "Sie sind einmalig", bemerkt der
Sänger gerührt. "Oder darf ich, Ihr sagen?" Jazzer duzen einander nun mal.
Als Zugabe gibt es Nina Hagens "Du hast den Farbfilm vergessen". Mein
lieber Jochen: hast du gut gemacht."
Josef Engels, Berliner Morgenpost, 27.5. 2005
"Jochen Kowalski hat seinen eigenen Zugang dazu
gefunden, anders als andere, die sonst oftmals auf peinliche Weise Frank
Sinatra kopieren wollen. ...
Jochen Kowalski ist mit dem Stars-go-Swing-Projekt, wie er selbst sagt,
ins kalte Wasser gesprungen. Das Publikum im ausverkauften Berliner
Konzerthaus hat es nicht bemerkt, war aber begeistert vom ganz neuen
Jochen Kowalski."
Deutsche Welle, 27.5.2005 |