Jochen kowalski


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Liederabend

25. April 2004
Die Glocke Bremen

 

Jochen Kowalski, Altus
Shelley Katz,
Klavier

PROGRAMM:

Vincenzo Bellini (1801 - 1835)
"Malinconia ninfa gentile"
"Vanne o rosa fortunata"

Gaetano Donizetti (1797 - 1848)
"Me voglio fa na casa"

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 - 1791)
"Ombra felice... Io ti lascio...", Konzertarie für Alt

Franz Schubert (1897 - 1828)
aus dem Liederzyklus Die schöne Müllerin
"Wohin?"
"Halt"
"Danksagung an den Bach"
"Mit dem grünen Lautenbande"
"Ungeduld"

 

PAUSE

 

Michail Iwanowitsch Glinka (1804 - 1857)
"Bedny kon w polje pal... Ty nje platch sirotinuschka",
Rezitativ und Arie des Wanja aus der Oper Ein Leben für den Zaren

Variationen über "Die Nachtigall", eine Romanze von A. A. Alabieff (Klaviersolo Shelley Katz)

"Adele"
"Ah, rammenta o bella Irene"
"W krowi gorit ogon schelanja"
"Gdje nascha rosa"
"Ja sdjesd, Inesilla"

 

ZUGABEN:

"Kommt a Vogerl geflogen", Volkslied
"Liebhaber in allen Gestalten", Franz Schubert

 


 

Parlando 02/2004

Mit einer Träne in der Stimme
Der Altist Jochen Kowalski zu Gast bei "Glocke Vokal"
von Sigrid Schuer

 

In Zeiten, in denen ein Glamour-Girl wie die Sopranistin Anna Netrebko nach allen Regeln der Marketing-Kunst in Popart-Pose serviert wird, ist er einer der wenigen, der sich das inflationär gebrauchte Etikett "Star" redlich verdient hat: Jochen Kowalski. Bescheiden und bodenständig wie er ist, hört er selbst das zwar gar nicht so gern, aber seine Karriere spricht Bände. So eroberte er 1994 als "Kowalski-Orlofsky" in Johann Strauß' "Fledermaus" erst Wien, dann Japan und auch die New Yorker Met. Von der prominenten Gesangskollegin Brigitte Fassbaender ist nach dem Besuch einer "Fledermaus" mit Kowalski in der Wiener Staatsoper der resignierte Stoßseufzer überliefert: "Jetzt möchte ich Orlofsky nie wieder singen."
Dennoch ist der Orpheus in Glucks "Orfeo ed Euridice" seine eigentliche Traumrolle. Harry Kupfers Inszenierung wurde Mitte der 80er Jahre an Kowalskis Stammhaus, der Komischen Oper in Berlin, zum hochdekorierten Welterfolg. Der erste Kontakt mit der Glamour-Welt des Westens, 1985 bei einem Gastspiel an der Hamburgischen Staatsoper, war denn für Kowalski auch ein Schock. Seine Bodenständigkeit hat sich der prominente Altist, dem jede Oberflächlichkeit zuwider ist, bis heute bewahrt. Inzwischen hat der aus Wachow in der Mark Brandenburg stammende Sänger die Partie des Orpheus, in der er die berühmte Träne in der Stimme mitschwingen zu lassen vermag, weltweit in über 100 Aufführungen verkörpert. Nicht von ungefähr ist der legendäre Fritz Wunderlich sein großes Vorbild. In dem für ihn so erfolgreichen Jahr 1994 sang Kowalski Schuberts "Die schöne Müllerin" zum ersten Mal. Von Fritz Wunderlichs Einspielung des Lied-Zyklus schwärmt er: "Es ist so nobel, so von Herzen, ohne allen Schnickschnack, er trifft den direkten Weg ins Zwerchfell, ins Herz, in den Kopf, in die Seele des Zuhörers". Ein Gesangsstil, den der passionierte Berliner auch selbst kultiviert.
So würdigte ein Rezensent Anfang 2004 beeindruckt "die Reife und gestalterische Überlegenheit des immer noch dramatischsten Countertenors von allen", als der 50-Jährige in Berlin den Schäfer Amyntas in der Telemann-Oper "Pastorelle en musique" sang. Überprüfen kann man dies nun bei seinem dritten Bremen-Gastspiel.

 
 
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